Tante Helene und das Buch der Kreise

Roman | Deutsche Zeitgeschichte und eine junge Frau, die gegen Widerstände ihren eigenen Weg als Künstlerin verfolgt
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Buchprofile - Rezension
Helene Klasing, Malerin und Modeschöpferin, erfährt in den 60er Jahren, dass sie zwei Mütter hat.
In dem Moment, als Alexander aus New York einen Brief an seine Tante Helene in Frankfurt schreibt, erfährt er, dass sie verstorben ist. Er schreibt weiter: Erinnerst du dich an unser erstes Treffen? Du hast mir damals so viel erzählt. Bei dir hat sich mein Notizbuch gefüllt. Es ist die Geschichte von Helene Klasing, die kurz vor ihrer Heirat mit einem angehenden Lehrer erfährt, dass ihre leibliche Mutter sie nach der Geburt in einem Kloster zurückgelassen hatte. Es sind die 60er Jahre. So revolutionär diese auch gewesen sein mögen - die Ansichten, wie eine Frau zu sein hat, ziehen sich durch ihr Leben und stehen in Gegensatz zum theoretisierenden Kampf der Studenten. Helene aber hat ihren eigenen Kopf. Sie will Malerin und Modeschöpferin werden und lernt ihre leibliche Mutter und ihre Halbschwester kennen. Das Buch erzählt auch Alexanders Geschichte, zu dem sie ein ganz besonderes Verhältnis entwickelt. Vor allem aber zeigt es einen interessanten zeitgeschichtlichen Blick auf die Widersprüche der 60er Jahre und auf eine beeindruckende Frau. Am Ende des Buches wünscht die Rezensentin sich vor allem eines: Diese Helene hätte sie gerne näher kennengelernt. Empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Ein mit viel Zeitgeschichte versehener Familienroman über die Rebellion gegen gesellschaftliche und familiäre Erwartungen und den Mut, den es erfordert, sich selbst treu zu bleiben

Tante Helene, das ist Helene Klasing, Künstlerin unter Künstlern, Freigeist unter Engstirnigen und Tochter einer Mutter, die sie nach der Geburt zur Adoption freigab, um der gesellschaftlichen und familiären Ächtung zu entgehen. Doch davon weiß Helene nichts. Erst als sie Anfang der 1960er-Jahre ihren Freund Harald heiratet, erfährt sie von ihrer adeligen Abstammung. Sie muss nicht nur mit dem Gefühl, ihr ganzes Leben lang belogen worden zu sein, zurechtkommen, sondern auch mit einer Familiengeschichte, die konträr zu all dem steht, wofür sie als junge Frau kämpft. Eine Generation später reist Alexander, der früh seine Mutter, die Halbschwester Helenes, verloren hat, von New York nach Frankfurt, um das verstoßene Kind der Familie endlich näher kennenzulernen. Er begegnet einer beeindruckenden Frau und in ihrer Geschichte seinen eigenen großen Lebensfragen.

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Personeninformation

Martin Beyer, geboren 1976, hat mit 18 Jahren seine erste Erzählung veröffentlicht und macht seitdem nichts lieber, als an seinen Geschichten zu arbeiten und daraus vorzulesen. Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Walter-Kempowski-Literaturpreis und dem Bayerischen Kunstförderpreis. In Workshops vermittelt Martin Beyer kleinen und großen Menschen den Zauber des Erzählens und hilft ihnen, ihre künstlerische Identität zu stärken. Er lebt mit seiner Familie in Bamberg.

http://www.hinter-den-tueren.de/

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