Im Jahr Null

Rom, Ägypten und ein Prophet in Palästina
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Buchprofile - Rezension
Journalistische Annäherung an die Antike wenige Jahrzehnte vor und nach Christi Geburt.
Das literarische Erstlingswerk des ZEIT-Journalisten Moritz Aisslinger ist als Ausweitung der Reportage auf das Feld der Geschichtsschreibung angelegt. Die journalistische Annäherung an die Historie der Jahre 29 vor bis ca. 35 nach Christi Geburt hat Schwung, ist in ihrer schriftstellerischen Qualität Infotainment von hoher Güte. In der geschichtsphilosophischen Deutungslust dann aber zuweilen recht keck, wenn nicht gar verwegen. Lob verdient das Werk für seinen Ansatz, die Jahre um die Zeitenwende als packende Erzählung anzulegen. Schlüsselereignisse im Römischen Reich, in Persien, Indien, China und Polynesien sind durchwebt mit historisch verbürgten Akteuren als auch erdachten, aber möglichen Alltagscharakteren. Das bietet dem Leser Identifikationsflächen und macht Phänomene der Zeit wie politische Geiselnahmen, uns heute befremdende Moralvorstellungen oder das Denken in Imperien besser greifbar. Dies allerdings immer mal wieder auf Kosten historischer Belastbarkeit. In der Geschichtswissenschaft konkurrieren schließlich bis heute mehrere jeweils gut begründete Thesen zu vielen Aspekten; der Autor hat dann meist ohne Verweis auf alternative Deutungen genau eine ausgewählt, augenscheinlich unter dem Aspekt der bestmöglichen Verwertbarkeit für seine Großreportage. Nichtsdestotrotz, die zeitgemäße, unverbrauchte Form dieser Art Geschichtsschreibung mittels Geschichten wird ihre Leser finden. Für jeden Bestand geeignet.
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Artikelbeschreibung

Als unsere Zeit begann

Überall spüren die Menschen, dass die Welt, die sie kannten, in ihren Grundfesten erschüttert wird: In Rom steigt Augustus zum ersten Kaiser, später zum Gott auf. In Germanien erheben sich die Stämme gegen ihre römischen Besatzer. In China träumt ein schüchterner junger Mann namens Wang Mang von einer sozialistischen Utopie, unter seiner Regierung soll ein goldenes Zeitalter beginnen. Selene, Kleopatras Tochter und einzige Überlebende der ägyptischen Pharaonendynastie, wird als Kriegsbeute von Alexandria nach Rom verschleppt. Dort versetzt wenig später der Dichter Vergil die gesamte Bevölkerung in Aufruhr: Er kündet an, ein Erlöser werde kommen, ein Mensch, gottgleich. Wen könnte er meinen?

Kaum eine Epoche hat die Menschheit in so kurzer Zeit so fundamental geprägt wie die Jahre um die Zeitenwende. In diesen Jahren wird jene Welt geformt, wie wir sie heute kennen.

Moritz Aisslinger verdichtet diese kurze, aber für alle folgenden Jahrhunderte entscheidende Episode zu einer grandiosen Erzählung und lässt uns teilhaben am Erleben der Menschen - den kleinen Ereignissen in ihrem Alltag wie den großen Umwälzungen der Weltgeschichte.  

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Personeninformation

Moritz Aisslinger, geboren 1986, studierte Literatur und Geschichte in Mainz und Leipzig und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Er ist Redakteur im Dossier der Wochenzeitung Die Zeit. Für seine Texte wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Deutschen Reporterpreis, dem Peter-Scholl-Latour-Preis für Krisenberichterstattung und dem Goethe-Medienpreis. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Pressestimmen

»sehr unterhaltsam [...] Die wichtigste Lektion könnte lauten: Die Welt zu Beginn der christlichen Zeitrechnung war ein manchmal grausamer, aber oft faszinierender Ort, der sich in vielen Details erstaunlich wenig von unserer Gegenwart unterschied.« Wolfgang Höbel Spiegel Bestseller 20261002

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