Die schlechte Gewohnheit

Roman | Die literarische Sensation aus Spanien: Von Pedro Almodóvar empfohlen und mehr als 100.000 Mal verkauft
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Buchprofile - Rezension
Ein junger Mensch wächst in dem verstörenden Bewusstsein auf, im falschen Körper zu leben. Er sucht nach Vorbildern, Verbündeten, Weggefährten, aber vor allem nach Verständnis und Akzeptanz.
"Ein schlaues Mädchen, nicht geoutet, stotternd, etwas moppelig, mit einer Klappe über dem linken Auge und einer deutlich zu großen Brille." So beschreibt sich die Erzählerin dieses Coming-of-Age-Romans. Sie wächst als zweites Kind (und Sohn) einer Arbeiterfamilie in einem Vorort Madrids auf. Schon früh macht sie die Erfahrung, im falschen Körper zu sein, zeigt sich aber betont maskulin und versucht, ihre weibliche Seite zu verbergen. Hingezogen fühlt sie sich zu den Außenseiterinnen, den Frauen, die durch ihre Andersartigkeit auffallen, die im Viertel zwar geduldet, aber meist gemieden werden. Als Teenager lernt sie die queere Szene der Großstadt kennen, verliebt sich in einen homosexuellen Jungen, perfektioniert das Versteckspiel, aber das Doppelleben ist nur eines auf Zeit. Mit genauer Beobachtungsgabe und sprachlicher Präzision beschreibt die Autorin eine Welt, in der Liebe und Hass, Solidarität und Diskriminierung, Zuneigung und Gewalt koexistieren. Ein vielversprechendes literarisches Debüt.
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Artikelbeschreibung

Die literarische Sensation aus Spanien - zwischen rohem Realismus und größter Zärtlichkeit

In einen gefallenen Engel, einen Herointoten auf den Straßen von San Blas, verliebt sich die Erzählerin dieses Romans zum ersten Mal. Sie, die im Körper eines Jungen aufwächst, und nur hinter verschlossenen Türen kurze Momente gestohlenen Glücks mit Rouge und Lippenstift ihrer Mutter hat, zeichnet ihren Weg nach: Beginnend in einem Arbeiterviertel Madrids, das nicht weiter entfernt sein könnte von der schillernden Hauptstadt Spaniens, deren Nachtleben in den Achtzigern ein Zentrum der queeren Szene wird. Während sie aufwächst, diskutieren Familien unironisch, ob ein drogensüchtiger oder ein homosexueller Sohn das schwerere Schicksal sei, und so sind es die Außenseiter:innen  - triumphale Nymphen und wilde Chimären -, die ihr zu Wegbegleiter:innen werden. Zwischen Armut und Gewalt, politischer Klassenunterdrückung und Momenten heimlicher Solidarität wird sie langsam, quälend langsam, zu der, die sie immer schon war.

»Lesen Sie Alana Porteros Die schlechte Gewohnheit! Er zeigt, wie viel Leid und Schmerz daraus resultiert, im falschen Körper geboren worden zu sein - und wie gefährlich es sein kann.« Pedro Almodóvar

Die schlechte Gewohnheit ist eine umgekehrte Heldenreise, verfasst in gleißend schöner Sprache, in der schillernde Außenseiter sich zu einer Gemeinschaf formen, die das Überleben möglich macht. Erzählt mit dem Klassenbewusstsein von Annie Ernaux, dem rohen Realismus von Shuggie Bain, der Lust am Grenzensprengen von Virginie Despentes und dem Sinn für Außenseiterfiguren von Pedro Almodóvar, ist der Roman gleichermaßen erschütternd wie heilsam. 


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Personeninformation

Alana S. Portero ist Mediävistin mit Abschluss an der UAM in Madrid. Sie ist Schriftstellerin, Dramatikerin und Mitbegründerin der Theatergruppe STRIGA. Sie schreibt über Feminismus und LGTB-Aktivismus aus der Perspektive einer Transfrau für verschiedene Medien.

Christiane Quandt ist Lateinamerikanistin, Autorin und sie übersetzt Lyrik und Prosa aus dem Spanischen und Portugiesischen. Ihr Lyrikdebut auf dem zauberberg ist kein platz mehr für alle erschein 2023. Zu den zuletzt von ihr übersetzten Romanen gehört der internationale literarische Erfolg So forsch, so furchtlos von Andrea Abreu. Sie lebt und arbeitet in Berlin-Neukölln.

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