Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«

Wie und wo die Nazi-Herrschaft wirklich ihr Ende fand
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Buchprofile - Rezension
Unterhaltsam und spannend aufbereitete Darstellung der letzten vier Wochen vor der deutschen Kapitulation.
Gibt es hierzu noch etwas Neues? Die Geschichte des "Dritten Reiches" gilt schließlich als die besterforschte Epoche in der Geschichtswissenschaft. Der Historiker Gerhard Paul hat sich auf die letzten Wochen des "Dritten Reichs" konzentriert, einen in der Erinnerungskultur unseres Landes wenig reflektierten Zeitraum. Vielleicht, weil die knapp vier Wochen zwischen dem Selbstmord Hitlers und der Kapitulation der Regierung Dönitz nur schwer auf einen Begriff zu bringen sind. Der Autor nähert sich dem Absurden, Operettenhaften dieses "Untergangsstücks" denn auch teilweise mit Versatzstücken des Showbusiness. Teils Theater, teils Groteske und dabei immer Tragödie. Die Opfer des Wahns jener Periode erfahren durchgehend eine würdige Erinnerung. – Dem Autor gelingt es auf bemerkenswerte Weise, Zeitgeschichte dicht und doch spannend aufzubereiten. Kapitelüberschriften wie "Thusnelda goes Immenhof" oder "Mickey Mouse & Sarotti-Mohr" machen Lust aufs Lesen ohne dabei den Ernst der Themen auf unangebrachte Weise zu parodieren. Der Leser darf keine wissenschaftliche Dokumentation erwarten, vielmehr wurden Berichte von Zeitzeugen, Lokalnachrichten und seltenes Archivmaterial gekonnt verwoben. Das Werk ergänzt mit seinem lebhaften Stil jeden Bestand zum Thema Dittes Reich/Zweiter Weltkrieg.
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Artikelbeschreibung

Das Ende des nationalsozialistischen Deutschen Reichs scheint klar verortet: Am 7. bzw. 9. Mai wird die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Damit war zwar der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende, noch nicht aber waren Wehrmacht und »Drittes Reich« endgültig untergegangen. Nicht jeder bekam sogleich mit oder wollte mitbekommen, dass alles zu Ende war. Manche kämpften weiter, Hinrichtungen von »Deserteuren« gab es noch massenhaft. Manche versuchten sich abzusetzen, begingen Selbstmord oder gerierten sich als Unbeteiligte wie Albert Speer. Großadmiral Karl Dönitz, der »Nachfolger Adolf Hitlers«, gab noch am 18. Mai einen Tagesbefehl an die Wehrmacht heraus. Am 23. Mai wurden er und andere Mitglieder der geschäftsführenden Reichsregierung in Mürwik bei Flensburg festgenommen. Am gleichen Tag beging SS-Chef Heinrich Himmler in Lüneburg Selbstmord.


Gerhard Paul führt uns in Wort und Bild souverän die letzten vier absurden Wochen des zerbröselnden Reichs vor Augen, zwischen tragikomischen Momenten und brutalem Untergang. Seine Darstellung verbindet erstmals die Perspektiven der Täter, Mitläufer und Opfer, der Besiegten und der Sieger, der Akteure und der Zuschauer miteinander. Ein außergewöhnliches Buch zum 80-jährigen Ende der Nazi-Herrschaft.

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