Museum der Einsamkeit

Erzählungen
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Buchprofile - Rezension
Neun Erzählungen gegen Verbitterung und mit Hoffnungsschimmer.
In neun Erzählungen sammelt Rothmann Lebensskizzen von Menschen, die wegen eines einschneidenden Ereignisses oder einem unebenen Lebensverlauf verbittert sein könnten: der künstlerisch ambitionierte Jugendliche, der in einem Handwerkerinternat isoliert wird; der geschiedene Pfarrer, der seine Tochter mit Besuchen und einer Stoffpuppe in ihrer tödlichen Erkrankung tröstet; die beiden Nachbarspaare, die sich das Leben schwer machen; der Junge, dessen Eltern ihn immer wieder mit seinem kleinen, behinderten Bruder allein lassen; der Bauarbeiter, der Leid und Einsamkeit mit Stolz bekämpft; der Künstler, der bei einem Mitschüler aus Grundschulzeiten einen Fehler wiedergutmachen will; die Tochter, die ihre Mutter dann doch dazu überredet, das Alter in einem "Museum der Einsamkeit" zu verleben. Beschlossen wird der Band von einem auf historischen Fakten beruhenden Text, in dem der Lagerkommandant des KZ Westerbork sich selbst mit der kaum glaubhaften Beschwörung beruhigt, er habe Ziel und Absicht des Abtransports seiner Gefangenen nach Osten nicht gekannt. – Rothmann konzentriert sich mit seiner eindrucksvollen, nüchternen Sprache auf die Eigenheiten seiner Charaktere, wie sie sich – oft mit ruhrgebietstypischen Biografien – durchs Leben schlagen. Jede Erzählung enthält, würde man sie mit einigen Seitensträngen und Geschwätzigkeit aufpusten, Stoff für einen Roman. So haben Lesende unterschiedlichste Episoden, zwischen denen es auch Lesepausen braucht. Gerne für größere Bestände empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Um Würde oder ihr Fehlen geht es in diesen neun Erzählungen, in denen die Menschen sich bemühen, dem Ideal eines halbwegs gelungenen Lebens etwas näher zu kommen - oder doch am Ende nicht allzu zerknirscht dazustehen. Vom Alleinsein versehrt sind manche, »Engel auf Krücken«, die ahnen, dass es nicht unbedingt Flügel braucht, um über sich und die Umstände hinauszugelangen; Liebe würde schon genügen.

»Jede wahre, jede leuchtende Kurzgeschichte hat einen romanlangen Schatten«, schrieb Ralf Rothmann einmal und stellt es mit Museum der Einsamkeit erneut unter Beweis. Ob er von dem »Budenzauber« eines kleinen Jungen erzählt, der während der Abwesenheit der Eltern den weinenden Bruder tröstet, oder von einer Dozentin, die ihre Mutter in ein Seniorenheim mit seltsamen Kratzspuren an den Türen gibt, ob er einen Handlanger an der Seelenkälte der Maurer oder einen Pfarrer, dessen Tochter stirbt, an Gott verzweifeln lässt - immer offenbart sich uns eine »Wahrheit hinter der Wahrheit«, was nicht zuletzt an der Spannkraft und der magischen Genauigkeit von Ralf Rothmanns Sprache liegt.

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Personeninformation

Ralf Rothmann wurde am 10. Mai 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lebt seit 1976 in Berlin.

Pressestimmen

»... Neun meisterhaft[e] Erzählungen ...« Judith von Sternburg Berliner Zeitung 20251123
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