Hasenprosa

Roman | Ein Kippbild zwischen Abenteuer und Memoir, Magie und Alltag | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024 (Shortlist)
25,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Wie eine auszieht, um das Wundern zu lernen: Maren Kames schickt sich mit einem kecken Hasen in ein Leseabenteuer.
Wir kennen die Geschichten vom Hasen, der aufkreuzt und ein Lese-Leben durchwirbelt, aus der Literatur und aus Filmen wie „Matrix“. Maren Kames, die literarisch immer schon eine Freude am synästhetischen Spiel gehabt hat, vor allem eine Augenfreude, lässt ihre Heldin gleich am Anfang, unbekümmert und ineffizient, unbeschrieben und ahnungslos, fallen: In ein Feld. Wo ein Hase sie erwartet. Zu einer Reise auf der Rückbank eines traktorähnlichen Gefährts. Aber wohin eigentlich? Es ist eine im Wortsinn fantastische Dribbel-Reise durch Raum und Zeit, in die barocke Traumfabrik Hollywood und in ein erschreckendes Trump-Amerika, nach Südafrika, in hessische Partykeller, ins Erdkarbon, in Ozeantiefen und Sternenweiten, zum Sternbild des Hasen natürlich – und da ist Lionel Messi auch dabei, ebenso wie anderswo Peter Gabriel und Prince. Mit dem Hasen hat Maren Kames einen Begleiter für ihre Alice 2.0 erschaffen, wie er kecker und frecher kaum sein könnte. Der Hase weiß Bescheid, er malt seine Antworten und empfiehlt Trash und Widerspruch, nur ja keinen Realismus als festen Vorsatz. Kurzum, dieser Hase ist ein höchst inspirierender Reisebegleiter, der seine manchmal absprungbereite Gefährtin zu Familienerinnerungsorten bringt: zu der Sorge ihrer Mutter und der Gram der Großmutter, die als Kind im Garten Theaterstücke spielte und achtzigjährig in der Küche Kreuzworträtsel löst, zur Gehässigkeit der besten Freundin und zu dem Organisten-Opa mit Löwenmaul. Was Maren Kames‘ Prosa zu einem echten Lesegewinn macht, ist ihre Sprache. Sie schert sich kaum um Erzählregeln, baut Fotografien, Kinderbilder, Screenshots ein, verknappt Dialoge auf Zeichen und Emojis – und spielt überhaupt ganz wunderbar mit der Bildpotenz der Wörter: Was passiert eigentlich, wenn ein Mozarella-Büffel sich an die Büsche heranmacht oder sich die Bücher hinterrücks über ihre Leser austauschen? Herzerfrischende, kunterbunt montierte Prosa über einen Hasen mit Versenkungstalent, zu Recht nominiert auf der Buchpreis-Shortlist.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Ein Buch wie ein Kindheitssommer, ausschweifend, »sturzoffen« und leuchtend schön.

»Wenn das alles gewesen ist, ziehe ich aus!«, ruft da eine und macht sich in ihren Meilenstiefeln, ihren Reisesocken davon. Auf der Rückbank: ein Hase. Es geht einmal quer durch die Zeit, die Zeitalter und hinaus, ins knalldunkle All. Im Strichflieger durch den Himmel und die Erinnerung: an zwei Großmütter, eine helle, eine dunkle, eine heile, eine wunde. Einen Großvater, seine furchigen Hände. Einen Bruder und seinen Baum. An rasende Träume, krumme Märchen und einen Purple Rain.

Maren Kames' Hasenprosa ist quecksilbrig und herznah. Sie ist voller »Punk, Punk, Punk« und Zärtlichkeit. Fein Gesponnenes steht neben präzise gebannter Weltwahrnehmung. Wir hören Glenn Gould und Billie Eilish, sehen Lionel Messi durchs Universum dribbeln und seilen uns mit dem Hasen von Fixsternen ab.

Produktsicherheit

Hersteller: Suhrkamp Verlag GmbH
Anschrift: Torstr. 44
DE-10119 Berlin
Kontakt: info@suhrkamp.de

Personeninformation

Maren Kames, 1984 in Überlingen am Bodensee geboren, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Bücher Halb Taube Halb Pfau und Luna Luna wurden viel beachtet und mehrfach ausgezeichnet, Luna Luna war 2020 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde vom Schauspiel Leipzig für die Bühne adaptiert. Hasenprosa, ihr erster Roman, stand 2024 auf den Shortlists für den Deutschen Buchpreis und den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.

Pressestimmen

»Maren Kames' Buch Hasenprosa ist ein ausgeflipptes Teil, schmal, aber anspruchsvoll, aber witzig.« Frankfurter Rundschau 20250423
Mehr von Kames, Maren

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.