Mussolini und Hitler

Die Inszenierung einer faschistischen Allianz
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Buchprofile - Rezension
Der Historiker Christian Goeschel arbeitet aus, mit welchen Mitteln die Inszenierung einer faschistischen Allianz zwischen Hitler und Mussolini erreicht werden sollte.
Nach seinem 2011 erschienen Buch "Selbstmord im Dritten Reich" (in BP/mp nicht bespr.) legt der Historiker Christian Goeschel, der Europäische Geschichte an der Universität Manchester lehrt, ein neues Werk vor. Wieder geht es um die Zeit des Nationalsozialismus, genauer gesagt, um die Beziehung zwischen Hitler und dem Duce del Fascismo, Benito Mussolini. Detailliert arbeitet Goeschel aus, wie öffentlichwirksam eine Freundschaft zwischen den beiden Diktatoren inszeniert wurde, die es in dieser Form nie gegeben hat. So wird schon sehr früh deutlich, dass Mussolini und Hitler sich nicht auf Augenhöhe begegnen konnten; Hitler stand wohl immer im Schatten von Mussolini, wenngleich die Öffentlichkeit ein anderes Bild der beiden Männer erhalten sollte. Goeschel beschäftigt sich in diesem Buch vor allem mit den Treffen zwischen Mussolini und Hitler und arbeitet anhand ihrer Inszenierung aus, mit welchen Mitteln versucht wurde, das Bild einer "faschistischen Allianz" aufrechtzuerhalten, die es in dieser Form nie gegeben hat. - Trotz seines Umfangs von beinahe 500 Seiten lässt sich das Buch gut und flüssig lesen. Für alle Bestände mit einem Schwerpunkt auf Geschichte ist es daher zur Anschaffung empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Zwischen 1934 und 1944 trafen sich Mussolini und Hitler insgesamt siebzehnmal - öfter als jedes andere Duo westlicher Staatschefs der damaligen Zeit. Die beiden Diktatoren sandten einander Glückwunschtelegramme zum Geburtstag, Hitler gratulierte Mussolini regelmäßig zum Jahrestag des 'Marsches auf Rom'. Obwohl sie sich persönlich nicht ausstehen konnten, gelang ihnen die Inszenierung einer Freundschaft. Sie sollte nach außen Einheit und Macht demonstrieren und nach innen Volksnähe vermitteln.Entlang der wichtigsten Begegnungen - von den pompösen Staatsempfängen der Anfangszeit bis zum letzten Treffen am 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze - zeichnet Christian Goeschel die wechselvolle Geschichte dieser folgenreichen 'Freundschaft' nach. Er untersucht die diplomatischen Taktiken und propagandistischen Techniken und wirft ein neues Licht auf die zerstörerische Allianz zwischen dem faschistischen Italien und Nazi-Deutschland. Am Prototyp choreographierter Diktatorenfreundschaft im Zeitalter der Massenmedien zeigt dieses Buch, was geschehen kann, wenn im Feld der Politik Performance und Macht miteinander verschmelzen.

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