Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben

Von Sartre bis Houellebecq
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Buchprofile - Rezension
Sehr anregend erzählte Geschichte der französischen Literatur seit dem Zweiten Weltkrieg.
In diesem kenntnisreichen und sehr anregend geschriebenen essayartigen Sachbuch beantwortet die versierte ZEIT-Journalistin, Buchautorin und Literaturkritikerin die Titelfrage quasi wie nebenbei - aber dennoch auf interessante Weise: Etwa weil sie ein so kompliziertes Liebesleben hätten oder weil sie sich der Gesellschaft in stärkerem Maße zuwenden als die deutschen Schriftsteller, auch "weil sie weder vor politischen Grenzüberschreitungen noch vor den Nachtseiten der menschlichen Existenz zurückschrecken." (S. 219) Und schließlich: "Die französischen Autoren machen selbst Literaturpolitik, sie beherrschen (...) die Massenmedien statt von ihnen beherrscht zu werden." (S. 65) Vor allem handelt es sich aber um eine nicht auf Vollständigkeit bedachte, recht eigenwillig auswählende und erzählte Geschichte der französischen Literatur seit dem Zweiten Weltkrieg, beginnend mit Sartre, Camus und den Existenzialisten und endend bei Michel Houellebecq. Die Autorin stellt wichtige Schriftsteller und ihre Werke vor, arbeitet aber auch die großen Linien und Tendenzen heraus. Da sich die Verfasserin in nicht wenigen Fällen auf Interviews mit den vorgestellten Autorinnen/Autoren stützen kann, wirkt dieser Streifzug durch die französische Nachkriegsliteratur ausgesprochen authentisch. Für literarisch Interessierte - nicht nur für Liebhaber französischer Literatur - sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführerisch.
Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten Autoren vor. die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühlsamen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq. Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs - und richtet sich an alle, für die das Land schon immer der kulturelle und literarische Sehnsuchtsort war.

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Personeninformation

Iris Radisch, geboren 1959 in Berlin, ist Literaturkritikerin, Redakteurin und Buchautorin. Seit 1990 schreibt sie für die Wochenzeitung Die Zeit, wo sie Literaturchefin war und das Feuilleton leitete. Sie gehörte zum Team der ZDF-Sendung «Das literarische Quartett» und war Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, deren Vorsitz sie fünf Jahre innehatte. 2013 erschien das Buch Camus. Das Ideal der Einfachheit, das viele Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Ebenfalls bei Rowohlt erschienen Die letzten Dinge. Lebensendgespräche (2015) und Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben (2017).

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