Jacaranda

Roman | Der französische Nr.1-Bestseller und Publikumsliebling
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Buchprofile - Rezension
Ein starker Roman, der die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens nach dem Genozid in Ruanda auslotet.
Wieviel Hass, Gewalt und Leid hat der alte Jacaranda-Baum gesehen, der vor einem Familienhaus in Kigali steht? Was kommt nach den Massakern der Hutu an den Tutsi, den Bürgerkriegsverbrechen und Vertreibungen in Ruanda? Und wie begegnet man der Verdrängung der Gräueltaten, wie gestaltet man den Aussöhnungsprozess in Dörfern und Gemeinden, in denen die verurteilten Täter wieder Tür an Tür mit den Überlebenden des Genozids leben? Eine Reise des sechzehnjährigen Milan aus dem Pariser Vorort Versailles nach Ruanda, das Heimatland seiner Mutter, birgt eine Chance, endlich mehr über seine eigene Familiengeschichte zu erfahren. Seit ihrer Flucht aus dem ostafrikanischen Land 1973 schweigt seine Mutter Venancia beharrlich über alles, was in der Vergangenheit war. Milans Begegnungen mit seinem Cousin Claude, dessen gesamte Familie 1994 ausgelöscht wurde, oder mit Eusébie, deren brutal ermordeten Kinder unter dem Jacaranda-Baum im Garten verscharrt wurden, eröffnen ein im nüchternen Stil geschildertes Panorama an Verlust, Misstrauen und Entwurzelung. Es bleibt nicht bei dem einzigen Besuch: Als Jura-Student kehrt Milan nach Ruanda zurück, um eine Abschlussarbeit über die Gacacca-Gerichte zu schreiben, bei denen sich die Hinterbliebenen und die Mörder, vormals Nachbarn, Schulkameraden oder Geschäftspartner, vor der gesamten Dorfgemeinschaft gegenüberstehen. – In dem in Rückblenden erzählten Text kämpft der französisch-ruandische Autor Gaël Faye eindrücklich um die Überwindung der Sprachlosigkeit angesichts der traumatisierenden Folgen des Völkermords sowie um eine Sprache der Erinnerung, die die enorme Spannung zwischen Vergeltung und Versöhnung aufrechterhält – und aushält.
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Artikelbeschreibung

Milan ist ein ganz normaler Junge aus Versailles. Bis zu dem Tag, an dem Claude auftaucht, ein Verwandter seiner Mutter aus Ruanda. Als Claude wieder verschwindet, lässt Milan die Erinnerung an den kleinen »Bruder« nicht mehr los. Warum hat die Mutter ihn nie erwähnt, warum kennt Milan Ruanda nur aus den Abendnachrichten? Erst als junger Mann reist er nach Kigali, freundet sich wieder mit Claude an und dem undurchsichtigen Sartre. Reise um Reise beginnt Milan das Familiengeheimnis aufzudecken, begreift, dass sich Ruanda noch immer vom Völkermord an den Tutsi erholen muss. Mit der für ihn typischen Sanftheit verfolgt Gaël Faye die Lebenswege seiner Figuren, erzählt von Dialog und Vergebung. Ein Buch, aus dem man verändert hervorgeht.

Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot

»Zutiefst bewegend. Es gibt kein anderes Wort.« 20 minutes

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Personeninformation

Gaël Faye, 1982 in Burundi geboren, wuchs als Kind einer ruandischen Mutter und eines französischen Vaters auf, bevor er 1994 infolge des in Burundi herrschenden Bürgerkriegs nach Frankreich flüchten musste. Nach dem Ende seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er zwei Jahre als Investmentbanker in London und kehrte schließlich nach Frankreich zurück, wo er inzwischen als Musiker und Autor höchste Anerkennung genießt. Sein erster Roman »Kleines Land« war für den Prix Goncourt nominiert, erhielt den Prix Goncourt des Lycéens und zahlreiche andere literarische Auszeichnungen. »Jacaranda« wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet und stand viele Wochen auf der französischen Bestsellerliste.

Andrea Alvermann, geboren 1964 in Düsseldorf, hat in Montpellier französische Literaturwissenschaften studiert. Sie übersetzt Sachbücher und Romane, unter anderem von Christophe André und Kim Thúy. Die Übersetzerin lebt in Düsseldorf.

Brigitte Große, 1957 in Wien geboren, übersetzt aus dem Französischen, u.a. Georges-Arthur Goldschmidt, Amélie Nothomb, Paul Valéry, Éric-Emmanuel Schmitt, Linda Lê, Thomas Reverdy, Gaël Faye, Kim Thúy und Joël Dicker (mit Andrea Alvermann). Hieronymus-Ring 1999-2001, Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2017.

Pressestimmen

»'Jacaranda' ist ein komplex strukturierter, die Lebenswege seiner Figuren subtil verknüpfender Roman. Reflektiert und pointiert beschreibt Gaël Faye die Aufbauanstrengungen einer jungen, traumatisierten Gesellschaft.« Sigrid Brinkmann Deutschlandfunk - Büchermarkt 20251105
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