Am Kipppunkt

Wo das Klima zu kollabieren droht - und wie wir uns noch retten können | "Ein wichtiges Buch für alle, die Bescheid wissen wollen." Dr. Eckart von Hirschhausen
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Buchprofile - Rezension
Über die negativen und schwerwiegenden Auswirkungen des Klimawandels – und wie durch positive Kipppunkte ein wenig Hoffnung entsteht
So wie ein kippender Stuhl ab einem bestimmten Winkel mit Sicherheit fallen wird, so vergleichen die Klimajournalisten Benjamin von Brackel und Toralf Staud die Situation beim Thema Klima. Zumindest an zwei Kipppunkten liegen wir bereits darüber: Die tropischen Korallenriffe sind jetzt schon zu 99 % verloren und der grönländische und der westantarktische Eisschild schmelzen weg. Wenn sich die Temperatur auf der Erde weiter erhöht, wird das katastrophale Auswirkungen haben, die sich aber erst in Jahrhunderten auswirken: Meeresströmungen verschieben sich, Europa wird ohne die Warmwasserheizung aus dem Golf von Mexiko auskommen müssen. Im Süden entsteht eine unerträgliche Hitze, Inseln werden überflutet und Europa wird von eisigen Schneestürmen heimgesucht werden. Die Autoren befassen sich mit vielen Forschungsergebnissen. Wie schnell sich das Klima ändern kann und welche Ursachen das hat, beschreiben die Autoren anhand der Erforschung der Jüngeren Dryas bzw. von deren abrupten Ende vor etwa 10.000 Jahren. Die Lage ist aber nicht hoffnungslos, meinen die Autoren, denn es gibt auch positive Kipppunkte, z.B. neue Technologien wie Windkraftanlagen, E-Autos, Solarenergie, staatliche Quoten für aus grünem Wasserstoff erzeugten Ammoniak für die Landwirtschaft. Fazit: Wenn es gelingt, den Klimawandel erst mal zu verlangsamen, bilden sich auch wieder Gebirgsgletscher. Die Autoren liefern viele wissenschaftliche Erkenntnisse und erklären sie anschaulich und gut verständlich.
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Artikelbeschreibung

Was man wirklich über Klima-Kipppunkte wissen muss

Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren, Waldbrände - die Auswirkungen des immer extremeren Wetters sind auch hierzulande zunehmend spürbar. Aber all das ist erst der Anfang: Weil das 1,5-Grad-Limit nicht mehr zu halten ist und die Erderhitzung fortschreitet, drohen in naher Zukunft im Klimasystem mehrere sogenannte Kipppunkte überschritten zu werden. Die Folgen wären einschneidend, auch für Deutschland.

Benjamin von Brackel und Toralf Staud liefern, was man über Kipppunkte wirklich wissen muss. Sie schildern die jahrzehntelange Erforschung der Kipppunkte, ihre möglichen Folgen und die Kontroversen der Fachwelt - eine der größten Detektivgeschichten unserer Zeit, deren Ausgang über nichts weniger entscheidet als über das Schicksal unserer Zivilisation. Die Autoren nehmen uns mit auf eine Weltreise zu den wichtigsten Kippelementen im Erdsystem: von den eisigen Landschaften der Pole über die Warmwasserheizung Europas bis zum Amazonas-Regenwald. Sie erklären, wie unsere Erde - und auch die Klimawissenschaft - funktioniert.

Am Ende weiß man, welche Kipppunkte einem tatsächlich Sorge bereiten sollten und welche weniger. Nicht zuletzt zeigt das Buch positive Kipppunkte in Technologie und Gesellschaft auf. Diese könnten exponentielles Wachstum beim Klimaschutz ermöglichen und uns noch davor bewahren, in ein chaotisches Klima abzustürzen. Ein dramatisches Wettrennen gegen die Zeit.

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Personeninformation

Toralf Staud war von 1998 bis 2005 Politikredakteur der ZEIT, seither ist er freier Autor und beschäftigt sich hauptsächlich mit der extremen Rechten sowie dem Klimawandel. 2007 erschien »Wir Klimaretter« (mit Nick Reimer). Seit 2011 hat er das gemeinnützige Wissenschaftsportal klimafakten.de mitaufgebaut. Sein letztes Buch »Deutschland 2050« (wieder mit Nick Reimer) stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Benjamin von Brackel ist freier Autor und Wissenschaftsjournalist, er schreibt vorwiegend für das Wissensressort der Süddeutschen Zeitung. Er hat in Erlangen und Berlin Politikwissenschaften studiert und in München die Deutsche Journalistenschule besucht. Seit mehr als zehn Jahren schreibt er über den Klimawandel und hat das Onlinemagazin klimareporter.de mitbegründet. 2019 erschien das Buch »Wütendes Wetter«, das er als Co-Autor mit der Klimaforscherin Friederike Otto geschrieben hat. Es stand auf der Sachbuchbestenliste und mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Sein zweites Buch »Die Natur auf der Flucht« (2021) war nominiert für den Salus-Medienpreis und als »Wissenschaftsbuch des Jahres«, es wurde in drei Sprachen übersetzt. Benjamin von Brackel lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Uneingeschränkt empfehlenswert!« Stefan Schmitt Podcast "Auch das noch?" (ZEIT) 20250625
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