Eisernes Schweigen

Das Attentat meines Vaters. Eine deutsche Familiengeschichte
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Buchprofile - Rezension
Anfang der 1960er-Jahre erschüttern eine Reihe von Sprengstoffanschlägen Oberitalien. Die Tochter eines seinerzeit Tatverdächtigen geht den Spuren nach, die aus ihrem Familienumfeld in die damaligen gewaltbereiten Kreise führen.
In den 1980er-Jahren wurde Heinrich Bünger wegen Sprengstoffanschlägen angeklagt, die er zusammen mit anderen im Jahr 1962 begangen haben soll. Ein Mann kam dabei ums Leben, als eine Bombe in der Gepäckaufbewahrung des Bahnhofs von Verona explodierte. Ziel der Gewaltakte war die Befreiung Südtirols. Bünger hatte sich in dem von seinem Zwillingsbruder Fritz mitgegründeten Bund Nationaler Studenten radikalisiert und zusammen mit Fritz bald Anschluss an gewaltbereite Kreise gefunden. Das Verfahren gegen Heinrich Bünger wurde nachher eingestellt. Sein Leben lang schwieg er über die Hintergründe der Taten und seine Rolle darin. Seine Tochter hat diesen Ereignissen nun nachgespürt. Erinnerungen an ihren Vater kontrastiert Traudl Bünger mit Aktenmaterial, ergänzt durch Aussagen ihres Onkels Fritz. Immer wieder malt Bünger die trockenen Fakten mit atmosphärischen Schilderungen aus und bringt dadurch Leben in die Ereignisse, nicht jedoch ohne die Bruchlinie zwischen Fakten und Fantasie zu thematisieren. Wo liegt die Wahrheit? Verborgen in den Verharmlosungen ihres Onkels? In den sachlich gehaltenen Dokumenten? Auch das ist ein Thema dieses Buches. – Sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Wie ist es, herauszufinden, dass der Vater ein Attentäter war?  Traudl Bünger kannte ihren Vater als einen fürsorglichen Mann, auf den sie sich stets verlassen konnte, der aber auch rigide Meinungen hatte. Schon als Kind wusste sie, dass ihn ein Geheimnis umgab, über das er stets eisern schwieg. Nach seinem plötzlichen Tod beginnt sie, dieses Geheimnis zu lüften - und wird in die frühen Sechzigerjahre katapultiert.

Deutschland ist frisch durch die Mauer geteilt, Bundeskanzler Konrad Adenauer will die BRD als verlässlichen internationalen Partner etablieren. Da flammt ein Konflikt auf, der die junge BRD emotionalisiert und in dem auch Traudl Büngers Vater tatkräftig mitmischt. Im Herbst 1962 fährt er mit Gesinnungsgenossen nach Italien. Ziel der Mission: Völkerrechtsverletzungen an »Volksdeutschen« in Südtirol brandmarken. Das Mittel: Sprengstoff. Das Ergebnis: Ein Toter und zahlreiche Verletzte.  

Was hat ihren Vater im Alter von 27 Jahren zu dieser Tat verleitet? Was für ein Mensch war er? Traudl Büngers Recherchen führen sie in zahlreiche Archive und in drei Länder. Sie beginnt, mit Angehörigen über das damalige Geschehen zu sprechen. Dabei blickt sie nicht nur in die Abgründe ihrer Familiengeschichte. Sie führt uns auch tief in die Historie der Bundesrepublik, des Kalten Krieges und seiner Propagandaschlachten. »Eisernes Schweigen« zeigt ein junges Land, das sich neu positionieren muss und dabei die Schatten seiner Vergangenheit konsequent übersieht - bis heute. 

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Pressestimmen

»Es ist die stets wiederkehrende deutsche Frage, die vor keiner Generation Halt macht und die Traudl Bünger mit ihrem Recherchekrimi aufbrechen will.« Kai Müller Der Tagesspiegel 20240421
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