Alles wird gut

Chronik eines vermeidbaren Todes
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Buchprofile - Rezension
Ein Wiener Archäologe wird in Äthiopien von einer einheimischen Frau in den Bann gezogen.
Josef Trattner ist Ausgrabungsleiter im Norden von Äthiopien, der sich kurz vor dem Bürgerkriegsbeginn 2020 auf eine von Einheimischen begleiteten Fahrt in den Süden des Landes begibt. Er wird - wie für Touristen üblich - herumgeführt. Die Besuchten posieren gegen Geld für Fotos, insbesondere die Frauen mit ihren Lippen- und Ohrtellern, eine Art erweiterte Piercings. Natu, eine Frau, die wegen eines vorsätzlich zerbrochenen Kruges Anklage erhebt und dafür aber am Ende mit Stockhieben bestraft wird, fasziniert ihn vom ersten Augenblick an mit ihrem zerrissenen und erweiterten Ohrläppchen. Es ist der Beginn eines Road-Movies, das entgegen dem Titel nicht gut ausgeht und die Grenzen zwischen den Herkunftskulturen vor Augen führt, z. B. die Bedeutung eines Kusses für den Europäer oder die eines Armreifs aus Massenproduktion für die Äthiopierin. Der/die Leser/-in wird mit sehr vielen, genauen Beschreibungen von Landschaften und Traditionen Äthiopiens konfrontiert und es fällt nicht immer leicht, den Handlungsfaden zu erkennen. Matthias Politycki entführt seine Leser/-innen mit diesem Roman zum zweiten Mal nach Afrika (zul. „Das kann uns keiner nehmen“, BP/mp 20/425) und zeigt sich als Kenner von Land und Kultur. Für Leser/-innen mit Interesse an Äthiopien und nicht-europäischer Kultur zu empfehlen, aber die beschriebenen Strafen und Rituale sind brutal.
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Artikelbeschreibung

"Eine echte, Atem verschlagende literarische Erfahrung - da samma d'accord!" Denis Scheck, SWR lesenswert

Matthias Politycki ist zurück, mit einem grandios erzählten Roman über die Macht der Liebe, die jede kulturelle Grenze überwindet, und über uralte Traditionen, an denen am Ende alles zerbricht.

Äthiopien 2020, am Vorabend des Krieges: Josef Trattner, Ausgrabungsleiter im Norden des Landes, verschlägt es an die Grenze zum Südsudan. In der winzigen Siedlung Surma Kibish begegnet er Natu, einer Frau mit abgerissenem Ohrläppchen - und einer Aura von Schönheit, Stärke und Gefahr, die ihn sogleich in ihren Bann zieht. Aber dann wird er Zeuge, wie Natu öffentlich mit Stockhieben gezüchtigt wird. Als sie am nächsten Tag plötzlich in seinem Wagen sitzt, wähnt er sich bereits auf der Flucht, mit ihr zusammen, in ein neues Leben. Doch unerbittlich bahnt sich ihrer beider Verhängnis an - das alte Leben fordert seine Rechte und setzt alles daran, Natu zurückzubringen an den Ort ihrer Niederlage.


"Hier erzählt einer, der das Land wirklich von innen heraus kennt. Politycki hat immer diesen eleganten, klugen, süffigen Erzählstil voller Witz und Tiefe, es ist einfach ein ganz großer Roman." Katrin Krämer, Radio Bremen

"Matthias Politycki hat sich zum großen, geradezu klassischen Erzähler weiterentwickelt. Wie in den großen Romanen der Weltliteratur sind auch in Alles wird gut die vielen Geschichten des Romans so organisch ineinander verwoben, dass unbemerkt bleibt, wie planvoll das Buch gebaut ist. Nichts wirkt gekünstelt oder konstruiert." Harald Klauhs, Wiener Zeitung

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Personeninformation

Matthias Politycki gilt als großer Stilist und ist einer der klügsten Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur. Er schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte; als Essayist äußert er sich seit Jahrzehnten mit vieldiskutierten Debattenbeiträgen zu den Fragen der Gegenwart. Zuletzt erschienen der Roman Alles wird gut - Chronik eines vermeidbaren Todes sowie das Debattenbuch Mann gegen Mann.

Pressestimmen

»Wann hat man eigentlich zuletzt bei der Lektüre von Gegenwartsliteratur derart den Atem angehalten?« Tobias Döring Frankfurter Allgemeine Zeitung
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