Im Ministerium der Lügen

Ein russischer Diplomat über Moskaus Machtspiele, seinen Bruch mit dem Putin-Regime und die Zukunft Russlands
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Buchprofile - Rezension
Einblicke in die Arbeitsweise des russischen Außenministeriums von einem ehemaligen Insider.
Über 20 Jahre war Boris Bondarew in verschiedenen Funktionen im russischen Außenministerium und im diplomatischen Dienst tätig gewesen, bis er seinen Staatsdienst aus Protest gegen den Angriff auf die Ukraine quittierte. Seitdem lebt er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Exil. Bondarew schildert detailliert und chronologisch an seinem Werdegang angeordnet, wie er immer mehr vom außenpolitischen Kurs seiner Regierung in Russland entsetzt ist und sich schließlich zu einer radikalen Abkehr entschließt: "Ich kann schlichtweg nicht länger an dieser blutigen, dummen und absolut überflüssigen Schande teilhaben." Das Buch bietet einen seltenen Blick hinter die Kulissen der russischen Außenpolitik. Der Autor hatte leider nie eine besonders bedeutsame oder hochrangige Position inne, daher ist die Perspektive, aus der Bondarew berichtet, zwar immer überzeugend, aber meistens ohne Relevanz am politischen Weltgeschehen. Das ändert sich natürlich etwas, je näher er zu aktuellen Ereignissen (Krim-Annexion, Ukraine-Krieg) kommt. Der Leser erfährt aus der Sicht von Bondarew als diplomatischem Insider sehr deutlich, auf was es Putin wirklich ankommt und wie dieser einzuschätzen ist. – "Im Ministerium der Lügen" ist eine persönliche Abrechnung und gleichzeitig ein aufrüttelnder Appell an Russlands Zukunft. Jedem, der sich eine Meinung zum Krieg in der Ukraine und zu dessen Hintergründen bilden will, ist das Buch wärmstens zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Ein noch nie da gewesener Blick hinter die Kulissen der russischen Außenpolitik: Wie arbeitet das russische Außenministerium? Was sind das für Leute und wie denken sie, was veranlasst sie zu handeln? Wie entwickelte sich die russische Außenpolitik bis hin zum Ukrainekrieg, was trieb sie an und welche Mächte waren im Spiel?

Boris Bondarew war einer von sehr wenigen, die aus Protest gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine den russischen Staatsdienst unter Teilnahme der Öffentlichkeit quittierten. Über zwanzig Jahre war er in verschiedenen Funktionen im russischen Außenministerium und im diplomatischen Dienst tätig und erlebte die Obrigkeitshörigkeit, Korruption und Inkompetenz in den russischen Behörden.

Er ist Russe und Demokrat, seit seiner Kündigung lebt er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Exil, und er will zurück - in ein anderes Russland ohne Putin.

Mit einem klaren Blick auf die Gegenwart und scharfer Kritik an der grausamen russischen Aggressionspolitik liefert er hier auch seinen Beitrag zu dem, was jetzt wichtig wird: die richtigen Überlegungen anzustellen, bereit zu sein, Russland und vor allem die russische Bevölkerung auf dem Weg zurück zu einer demokratischen Ordnung zu unterstützen.

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Personeninformation

Boris Bondarew, geb. 1980, arbeitete 20 Jahre lang für das russische Außenministerium. Nach Stationen als Berater für die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen und in den Gesandtschaften in Kambodscha und der Mongolei war er seit 2019 einer der Gesandten der Russischen Föderation beim Büro der Vereinten Nationen in Genf. Am 23. Mai 2022 erklärte er, dass er von diesen Ämtern als Protest gegen die russische Invasion zurückgetreten sei. Diese Invasion sei ein Angriffskrieg. Der Krieg sei nicht nur ein Verbrechen gegenüber den Menschen in der Ukraine, sondern auch ein Verbrechen gegen die russischen Bürger. David Drevs, geboren 1968, studierte Anglistik und Slawistik. Er lebt und arbeitet als Übersetzer und Dolmetscher in München. Er übersetzte unter anderem Werke von Arkadi und Boris Strugatzki sowie die METRO-Romane von Dmitry Glukhovsky.

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