Wie wir überwintern

Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten
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Buchprofile - Rezension
Alltagsübungen im Füreinander-Dasein.
Wie wir auch in unsicheren Zeiten der Angst und Ohnmacht begegnen, ohne in einer Art „Winterstarre“ zu verharren, schlägt Mirjam Zadoff in ihrem ermutigenden und sehr persönlichen Buch vor. Dabei geht es nicht um Eskapismus vor den multiplen Krisen oder darum, die Augen vor der Realität unserer herausfordernden Gegenwart zu verschließen. Ganz im Gegenteil – in einem gut lesbaren essayistischen Stil lädt sie uns ein, unsere Wahrnehmung zu schärfen, aufeinander zu achten und für die Anliegen und Probleme anderer sensibel zu bleiben. Die vorgeschlagenen Aktivitäten wie das Lesen von Büchern, Stricken oder das Feiern von Festen hören sich zwar nach einem Rückzug ins Private an. Doch haben auch diese scheinbar harmlosen Alltagsbeschäftigungen dezidiert politische Dimensionen und befähigen zu einer klaren Haltung im demokratischen Denken und Handeln. Individuelle Widerstandskraft, davon ist Zadoff überzeugt, ist die Grundlage von politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten. Beim Lesen üben wir uns in Empathie und Verständnis für andere Lebensmodelle, sodass wir bereit sind, für ein solidarisches gesellschaftliches Miteinander einzustehen. Wenn wir im Biergarten die mitgebrachten Speisen an einem Tisch mit den Nachbarn, Bekannten oder sogar mit Fremden teilen, setzen wir eine wichtige soziale Tradition fort und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Dieses mutmachende Training in Zuversicht und Zusammenhalt setzt nicht auf Leistung, sondern auf Situationen und Erlebnisse, aus denen wir Hoffnung schöpfen können. Eine uneingeschränkte Lektüreempfehlung für jede Jahreszeit.
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Artikelbeschreibung

Wie wir in harten Zeiten nicht resignieren, sondern neuen Lebensmut im Alltag finden. Darauf waren wir nicht vorbereitet: dass in Europa Krieg herrscht, die westliche Allianz zerbricht, Rechtsradikale Wahlen gewinnen. Es kann noch lange dauern, bis die Zeiten wieder besser werden. Was tun? Wir müssen uns engagieren, brauchen aber auch Ideen, wie wir diese harten Jahre durchstehen. Mirjam Zadoff macht ein paar Vorschläge: Wir bleiben menschlich, solidarisieren uns mit Schwächeren, schmieden ungewohnte Allianzen, öffnen unsere Türen und lesen endlich die Bücher von Hannah Arendt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wach zu bleiben und trotzdem ein gutes Leben zu führen. Fangen wir an!

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Vilshofener Straße 10
DE-81679 München
Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Mirjam Zadoff, Jahrgang 1974, studierte Geschichte und Judaistik in Wien und München. 2014 bis 2019 war sie Professorin für Jüdische Studien und Geschichte an der Indiana University Bloomington, seit 2018 leitet sie das NS-Dokumentationszentrum in München. Als Gastprofessorin unterrichtete sie unter anderem in Zürich, Berkeley und Berlin. Sie ist Honorarprofessorin an der Technischen Universität München und außerplanmäßige Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.Bei Hanser erschienen »Der rote Hiob. Das Leben des Werner Scholem« (2014), ausgezeichnet mit dem Fraenkel Prize for Contemporary History, und »Gewalt und Gedächtnis. Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert« (2023). Mirjam Zadoff lebt in München.

Pressestimmen

»Die renommierte Historikerin macht sich Gedanken über die frostige Weltlage und empfiehlt die Einübung in Techniken der Zuversicht. Ein Mutmach-Buch.« Günter Kaindlstorfer, WDR Westart Lesen, 03.01.26 »Es ist kein pseudo-infantiles, meditative Tiefe vorgaukelndes Manual der Selbsthilfe, sondern einsichtig und persönlich.« Alexander Kluy, Der Standard, 07.02.26
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