Palästina 1936

Der Große Aufstand und die Wurzeln des Nahostkonflikts
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Buchprofile - Rezension
Gründlich recherchierte, gut verständliche Vorgeschichte des heutigen Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern.
Seit dem Überfall der Hamas auf Israel und der Entführung von zahlreichen Geiseln im Oktober 2023 steht der Nahostkonflikt wieder im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Kaum jemand aber kennt die Hintergründe und die Entwicklung in diesem Gebiet, die zu den Spannungen und Kämpfen führten. Nach dem Sieg Großbritanniens über die Türken im Jahr 1917 wurde die sog. Balfour-Deklaration veröffentlicht, in der die Errichtung einer Nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina angekündigt wurde. Nach der Übernahme des britischen UN-Mandats über Palästina kamen immer mehr jüdische Einwanderer in das Land, ohne dass die britische Regierung ein Konzept für Palästina hatte. Mal sollte die Einwanderungsquote und Landkäufe durch Juden eingeschränkt werden, dann kam wieder eine Kehrtwende. Immer wieder kam es zu Kämpfen zwischen Juden und Palästinensern, die schließlich im Jahr 1936 in einen Generalstreik der Araber mündete, die damit gegen die Masseneinwanderung und Privilegierung der Juden protestierten. In der Folge gab es von britischer Seite Vorschläge für eine Zweistaatenlösung, die aber vom arabischen Mufti abgelehnt wurde. Durch die Reichskristallnacht und den späteren Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verschlimmerte sich die Lage noch, nach dem Ende des Krieges verlor Großbritannien seinen Einfluss in Palästina. Aus einem arabisch-jüdischen Bürgerkrieg gingen die Juden als Sieger hervor und am 14. Mai 1948 gab Ben Gurion die Gründung des Staates Israel bekannt, womit die Kämpfe jedoch nicht aufhörten. – Ein Buch, das allen interessierten Leser:innen sehr zu empfehlen ist.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Um die Gegenwart zu verstehen, ist es unabdingbar, in die Vergangenheit zu schauen, Das gilt für unsere eigene Geschichte und selbstverständlich auch für das, was zurzeit im Nahen Osten passiert. Der amerikanisch-israelische Journalist Oren Kessler geht an die Wurzel der Feindschaft zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zurück und beschreibt den Wendepunkt, an dem die bis heute stetig eskalierende Gewalt sich entzündete. „Der große Aufstand 1936“ war ein welthistorischer Schlüsselmoment. Kesslers Buch entstand vor dem 7. Oktober 2023 und beschreibt daher nicht den aktuellen Kriegszustand. Nichtsdestotrotz und vielleicht sogar deswegen ist es ein hervorragend recherchierter, minutiöser und dabei sachlich und überwiegend neutral beschriebener Abriss des Aufstands der Araber gegen die jüdischen Siedler und die britische Mandatsmacht von 1936.


Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

1936: Das Jahr, als im Nahen Osten die Gewalt ausbrach. Nur wer die Wurzeln des Nahostkonflikts kennt, kann die Krise besser verstehenIm Frühjahr 1936 brach im Heiligen Land eine arabische Rebellion gegen die jüdischen Einwanderer und die britische Mandatsmacht aus. Der Aufstand dauerte drei Jahre, kostete Tausende Menschen das Leben und markiert den Beginn der Gewaltgeschichte des Nahen Ostens. In dieser Zeit schlossen sich die Palästinenser über alle Gegensätze hinweg als Volk zusammen, während die Zionisten zu der Überzeugung gelangten, ihre Interessen nur mit Waffengewalt durchsetzen zu können. Anschaulich und lebendig, gerecht gegenüber beiden Seiten, schildert Oren Kessler einen welthistorischen Schlüsselmoment, der bisher nur wenig beachtet wurde. Sein Buch hilft, die Ursachen einer Tragödie zu verstehen, deren Ende bis heute nicht absehbar ist.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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Personeninformation

Oren Kessler, Jahrgang 1982, ist Journalist und politischer Analyst mit Sitz in Tel Aviv und New York. Aufgewachsen in Rochester, NY, und Tel Aviv, studierte er in den USA und Israel Politik und Geschichte, arbeitete für einen politischen Think Tank und schrieb u.a. für The Wall Street Journal, Foreign Affairs, The Jerusalem Post und Haaretz. »Palestine 1936« gewann den Sami-Rohr-Preis für jüdische Literatur 2024 und wurde vom Wall Street Journal als eines der zehn besten Bücher des Jahres 2023 ausgezeichnet. Kessler lebt in Tel Aviv. Norbert Juraschitz, Jahrgang 1963, studierte Osteuropäische Geschichte und Slawistik. Er übersetzt Sachbücher aus dem Englischen und Russischen, u. a. von Noam Chomsky, Christopher Clark Peter Frankopan und Yuri Slezkine.

Pressestimmen

»Eines der zehn wichtigsten Sachbücher des Jahres 2025.« FAZ.net, 17.12.25 »Ein sehr gelungenes Buch.« Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk Kultur, 10.07.25 »Die Qualität von Kesslers Buch liegt gerade darin, dass es sich expliziter Parteinahmen enthält.« Wolfgang Matz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.25 »Ein aufschlussreiches, erhellendes, notwendiges Buch.« Sabine Dultz, Münchner Merkur, 09.04.25 »Ein gut lesbares Buch über ein historisches Kapitel, das wenig beachtet und in der arabischen Welt verdrängt wurde.« Ulrich Gutmair, taz, 27.03.25 »Umfassend, gut lesbar - und ausgewogen.« Anne-Catherine Simon, Die Presse, 24.03.25 »Kessler hat außergewöhnliche Arbeit geleistet und die Augen für einen neuen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart geöffnet.« The Wall Street Journal »Kundig und detailliert, beklemmend und eindrucksvoll.« Jüdische Allgemeine
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