Die Gespenster von Demmin

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Buchprofile - Rezension
Larry träumt davon, Kriegsreporterin zu werden, während Frau Dohlberg mit den Erinnerungen an den Massensuizid im Mai 1945 kämpft.
Larrys größter Wunsch ist, Kriegsreporterin zu werden. Dafür recherchiert sie Foltermethoden, härtet sich ab und jobbt auf dem Friedhof. Außerdem interessiert sie sich für die Vergangenheit Demmins. Gleichzeitig rebelliert sie gegen den neuen Freund ihrer Mutter. Oft begleiten sie die Gedanken an ihren Bruder, der kurz vor ihrer Geburt mit drei Jahren verunglückte. Leise kündigt sich die erste Liebe an. Viele aufwühlende Gedanken, denen Larry sich auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens stellen muss. - Währenddessen soll Frau Dohlberg, ihre Nachbarin, in ein Seniorenheim umziehen, weil sie sich nicht mehr selbst versorgen kann. Sie muss sich von fast all ihren Habseligkeiten trennen. Beim Aussortieren kehren die furchtbaren Erinnerungen an das Kriegsende zurück, als Hunderte Demminer aus Angst vor der Roten Armee Suizid begingen. Auch ihre Mutter ging mit ihrer Schwester ins Wasser. Sie selbst schaffte es, sich mit einer weiteren Schwester zu retten. Damals wollten sie leben. - Teenager und Seniorin, beide haben die eigenen Gespenster und ein historisches Trauma zu überwinden, jeder auf seine eigene Art. Verena Kessler hat eine klare, ruhige Sprache. Dabei übertreibt sie weder Larrys pubertierendes Verhalten, noch geht sie allzu ausführlich auf die Vergangenheit ein. Sie bleiben geisterhaft blass und doch sehr atmosphärisch. Ein gelungener Debütroman und eine klare Leseempfehlung.
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Artikelbeschreibung

Wie sehr bestimmt die Geschichte unsere Gegenwart? Verena Keßlers Debüt über die Haltlosigkeit des Erwachsenwerdens "brummt nur so vor Lebendigkeit. Traurig, witzig, abgründig - Bombe!" Stefanie de VelascoLarry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte - Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung.Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe. Ein Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

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