Die Republik der Träumer

Roman
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Buchprofile - Rezension
Roman über die Ägyptische Revolution 2011.
Januar 2011 - in Ägypten brodelt es: Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als am 25.1. Zehntausende auf dem Tahrir-Platz in Kairo auf die Straße gehen - eine Demonstration, die von der Regierung rigoros niedergeknüppelt wird. Vor diesem Hintergrund spielt der bewegende Roman des Autors. Anhand des Schicksals mehrerer Protagonisten aus den verschiedenen politischen Lagern beschreibt al-Aswani mit großem literarischem Geschick, wie diese Revolution die ägyptische Gesellschaft verändert hat. Da ist der Geheimdienstchef Ahmed Alwani: Nach außen hin ein treuer, hochdekorierter und im größten Wohlstand lebender Staatsdiener und glühender Moslem, kann er die Ehe mit seiner verfetteten Ehefrau nur durch den extensiven Konsum von Pornovideos ertragen. Da ist Awanis Lieblingstochter Dania. Die umsorgt aufgewachsene junge Frau gerät durch ihr Medizinstudium in revolutionäre Kreise und stellt sich mutig gegen ihren Vater. Da ist der junge Chaled, Alwanis Freund, der Bürgerrechtler, der auf offener Straße ermordet wird. Da ist der Kopte Ashraf, in seiner Ehe frustriert, der sich mit einem erotischen Buch die Resignation von der Seele schreiben will und durch die politischen Ereignisse neuen Lebensmut gewinnt. Und da ist die junge Englischlehrerin Asma, die sich gegen die Restriktionen des Islam gegen die Frau auflehnt und als Zeichen der Emanzipation das Tragen des Kopftuches verweigert. - Al-Aswaani, der selbst im Exil in den USA lebt, ist sicher einer der profiliertesten Gegenwartsautoren Ägyptens. Mit literarischer Brillanz versteht er es, bewegende Einzelschicksale mit der kritischen und authentischen Darstellung historischer Ereignisse zu verknüpfen. Dieses Buch vermittelt den Leser/-innen mehr Informationen und Details zum "Ägyptischen Frühling" als es die meisten Dokumentationen und historischen Abhandlungen könnten. Für alle Bestände sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Hoffnung, Aufbegehren, Scheinheiligkeit und Unterdrückung - Der große Roman über die ägyptische Revolution zum 10. Jahrestag des Arabischen Frühlings Kairo, 25. Januar 2011, 25.000 Menschen demonstrieren gegen Mubarak. Sie träumen von der großen Veränderung, doch während in der euphorischen Menge Liebesbeziehungen aufblühen, wird der Bürgerrechtler Khaled vor den Augen aller ermordet. Seine Freundin Dania will ihren Widerstand nicht aufgeben - und sei es gegen den eigenen Vater, den bigotten Geheimdienstchef, der islamische Werte predigt und heimlich Pornos schaut. Al-Aswanis Figuren verkörpern in diesem mitreißenden Buch, das in Ägypten verboten wurde, alle Facetten der Revolution, die für jede von ihnen einen Wendepunkt in ihrem Schicksal bedeutet. Ein unvergessliches Porträt der modernen ägyptischen Gesellschaft.

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Personeninformation

Alaa al-Aswani, 1957 geboren, ist Zahnarzt, Journalist und Schriftsteller und lebt im Exil in New York. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autor beteiligt sich aktiv an der Oppositionsbewegung »Kifaya«, die das Leid Ägyptens den korrupten Eliten zuschreibt und den Staat und die religiösen Autoritäten herausfordert. In deutscher Übersetzung erschien zuletzt sein Roman Die Republik der Träumer (Hanser, 2021), der in Ägypten verboten wurde. Markus Lemke, 1965 in Münster/Westfalen geboren, studierte Orientalische Philologie und Islamwissenschaft an der Ruhr-Universität/Bochum und der Ain-Shams-Universität/Kairo. Er übersetzte u.a. Dov Kimchi, Chaim Lapid, Lea Aini, Yoram Kaniuk, Josef Chaim Yrushalmi, Joshua Sobol, Uri Adelmann, Amir Gutfreund, Idith Zertal, Israel Hame´iri, Yitzhak Laor. Zuletzt wurde er 2004 für seine Übersetzung von Ecce Homo von Yitzhak Laor einem Förderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.
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