In eurem Schatten beginnt mein Tag

Wie die Nazi-Vergangenheit meiner Familie mich bis heute rassistisch prägt
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Buchprofile - Rezension
Im Rückblick geschilderte Prägungen einer ganzen Familie durch Einflüsse und Erfahrungen während der NS-Zeit.
Ein Anti-Rassismus-Workshop bringt die Journalistin Veronica Frenzel dazu, den geschichtlichen Spuren ihrer Familie hinsichtlich nationalsozialistischer Vergangenheit nachzugehen, und sie entdeckt, dass ihr Großvater bei der SS war und auch ihre Großmutter offensichtlich durch nationalsozialistische Ideologien sehr geprägt war und dies im Alltag unterschwellig an ihre Tochter und Enkelkinder weitergegeben hat. Sie sucht weiter nach Beweisen für ihren Verdacht sowohl bei offiziellen Stellen als auch in der Verwandtschaft, entdeckt auch auf der väterlichen Seite Hinweise auf eine nationalsozialistische Vergangenheit. Wirklich annehmen kann sie diese rassistisch geprägte Kindheit erst, als sie den eigenen Familienstrukturen nachspürt und erkennt, dass ihr problematisches Verhältnis zu ihrer Zwillingsschwester, die Epileptikerin ist, auch durch rassistisches Gedankengut, von Eltern und Großeltern latent vermittelt, verursacht ist. Die Autorin vermittelt den Leser/-innen eindringlich, auf welch subtile Weise das eigene Gedankengut und die Handlungsweise bereits von Kindesbeinen an beeinflusst werden kann. Die Überlegungen der Autorin stellen sich zwar oft ein wenig wirr und bizarr dar, aber der Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit, in die sich Frenzel hineinversetzt und fiktiv die Lage der Großeltern vor, während und nach dem Krieg schildert, machen das Buch zu einem spannenden, aber auch bedrückenden Leseerlebnis. - Interessante und wichtige Blickwinkel in die NS-Vergangenheit empfehlen das Buch für jede Bücherei.
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Artikelbeschreibung

Schon als Kind ahnte Veronica Frenzel, dass in ihrer Familiengeschichte etwas Bedrohliches liegt. Sie schnappte es nebenbei auf, reimte es sich aus Gesprächsfetzen zusammen. Doch nie hat jemand offen über das gesprochen, was ihre Großeltern in der NS-Zeit getan hatten. Als sie sich ausgerechnet in einem Antirassismus-Workshop bei rassistischen Gedanken ertappt, fällt sie aus allen Wolken. Wie kann das sein? Stets hatte sie sich als eine Verbündete von Schwarzen Menschen und People of Color gesehen, sich immer bemüht, allen gegenüber offen zu sein. Woher kommen diese Gedanken und wie wird sie diese los? Veronica Frenzel recherchiert, spricht mit ihren Verwandten, Psycholog*innen und NS-Opfern, seziert ihre Familienbiografie, ihre Gedanken und Gefühle, ihre weiße deutsche Identität. Schonungslos legt die Journalistin offen, wie sie das NS-Gedankengut ihrer Großeltern und die deutsche Geschichte überhaupt geprägt haben, wie Rassismus und andere Formen der Diskriminierung bis heute in ihr und in unserer Gesellschaft wirken, warum sie Freund*innen, Familie, Umwelt und sich selbst ständig abwertet - und wie sie allmählich einen kritischen Umgang mit alldem findet.

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Pressestimmen

»Eine schonungslose Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln und ein Beleg dafür, dass Geschichte nie endet.« Buch Magazin
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