Last night at the Telegraph Club

Die preisgekrönte Geschichte einer ersten Liebe, die Millionen auf TikTok bewegt hat
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Buchprofile - Rezension
Das Coming-out der 17-jährigen Lily in Chinatown der Fünfzigerjahre in San Francisco wird mit der Darstellung komplexer Gesellschaftsstrukturen und Beziehungen zwischen USA und China verbunden.
"Ein anständiges Mädchen konnte man leicht einordnen; ihre Ziele waren klar. Sie wollte einen College-Abschluss, einen Ehemann, ein schönes Zuhause und liebenswerte Kinder, und zwar in exakt dieser Reihenfolge." (S. 36) Lilys Leben scheint vorgezeichnet, zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Gesellschaft und Familie geht. Sie ist 17 Jahre alt und lebt mit Eltern und zwei kleinen Brüdern in der chinesischen Community von San Francisco. Die Handlung spielt in den Fünfzigerjahren und Lily wird immer wieder mit den unterschiedlichen Erwartungen und Rollenbildern konfrontiert. Sie soll weder zu "amerikanisch“ noch zu "chinesisch" auftreten, ihr Berufswunsch Astronautin erscheint nicht angemessen. Und dann kommt da noch etwas für sie Neues, Wunderbares und durch die Umstände auch Verwirrendes. Mehr oder weniger zufällig landet Lily mit einer neuen Freundin in einem Nachtclub, in dem eine sogenannte "Herrenimitatorin" auftritt. Lily fühlt sich angezogen von dem Auftreten der selbstbewussten, lasziv schönen Frau, die mit den damaligen Geschlechterkonventionen spielt. Aufregend wird es für sie aber vor allem, als sie merkt, dass sie Gefühle für ihre Freundin hat. Ein vorsichtiges Herantasten an Beziehung und lustvolle Sexualität erlebt sie als beglückend. Alltagsrassismus, Homophobie und Repressalien gegen vermeintliche Kommunisten während der McCarthy-Ära sind deshalb aber natürlich trotzdem vorhanden und erschweren alles … – Eine sensibel erzählte Coming-out-Geschichte aus besonderer Perspektive. Malinda Lo zeichnet ein komplexes Bild ihrer Figuren, zeigt mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit Lebenswege auf, die vielleicht manches Verhalten erklären, aber nie entschuldigen können. Beeindruckend, wie sie sich Lily entwickeln lässt. Mal ganz abgesehen von einer selbstbestimmten Sexualität wird hier auch an einer Nebenfigur die immense Bedeutung weiblicher Vorbilder und ihr großer Einfluss auf berufliche Wege deutlich. Gerne empfohlen.
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Ein überzeugend konstruierter und spannend erzählter Coming of Age-Roman über ein Mädchen, das aus den tradierten Strukturen ihrer Familie ausbricht und die Enge verlässt. Der Roman entführt die Lesenden in die Zeit der 1950er-Jahre in San Franciscos Chinatown und erzählt von lesbischen Beziehungen sowie einer bunten Clubszene. Ein vielschichtiger Roman, der Einblicke in komplexe Gesellschaftsstrukturen mit einer überzeugenden Hauptfigur entfaltet und zeigt, welchen Preis diese zahlen muss, um jenseits der Norm zu leben. Es ist aber auch ein Roman, der uns auffordert, die erlangten Freiheiten zu schützen und nicht als selbstverständlich zu betrachten!

Artikelbeschreibung

Was, wenn deine Liebe verboten ist?

Die siebzehnjährige Lily wächst Mitte der 50er Jahre in der chinesischen Community von San Francisco auf. Als sie bei einem Schulprojekt Kathleen kennenlernt, wird ihr klar, dass sie anders ist - und anders fühlt - als die anderen Mädchen. Die beiden freunden sich an und besuchen nachts heimlich eine verbotene Lesbenbar, den Telegraph Club. Hier taucht Lily in eine Welt ein, die sie maßlos fasziniert. Und ihr wird klar, dass sie mehr für Kath empfindet.

Doch das Amerika des Jahres 1954 ist kein sicherer Ort für zwei Mädchen, die sich verlieben, schon gar nicht in Chinatown. Als ihre nächtlichen Besuche des Telegraph Club auffliegen, hat dies Folgen für Lilys Familie. Dennoch kann und will sie ihre Liebe zu Kath nicht aufgeben.

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Personeninformation

Malinda Lo wurde im chinesischen Guangzhou geboren und wuchs in Colorado auf, nachdem ihre Familie in die USA emigrierte. Obwohl sie schon früh den Wunsch hatte, Schriftstellerin zu werden, studierte sie zunächst Wirtschaft und Sinologie. Sie absolvierte einen Master in Ostasienwissenschaften an der Harvard University und einen Master in Kulturanthropologie an der Universität Stanford. Danach war sie mehrere Jahre als Journalistin für Medien tätig, deren Fokus auf Themen und Belangen der LGBT-Community liegt. Sie hat mehrere Romane, Sachbücher und Kurzgeschichten veröffentlicht. Für ihren Roman 'Last night at the Telegraph Club' wurde sie mit dem National Book Award ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrer Frau und ihrem Hund in Massachusetts.

Beate Schäfer studierte Germanistik, Geschichte und Amerikanistik. Sie arbeitete lange Zeit als Verlagslektorin. Inzwischen lebt sie als Übersetzerin, freie Lektorin und Schreibpädagogin in München.

Pressestimmen

Malinda Los Roman (...) zeigt denen, die lesend folgen, wie kostbar die Freiheit ist, die wir heute haben. Und ganz nebenbei ist auch eine bewegende Geschichte über die Liebe zu entdecken. Niels Beintker Bayern 2 20230715
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