Wir holen uns die Nacht zurück

Hochaktuelle intensive Freundschaftsgeschichte mit starken Themen
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Buchprofile - Rezension
"Ohne Kaja würde ich die besten Momente in meinem Leben verpassen. Die schlimmsten allerdings auch." Oder was hält eine Freundschaft aus?
Im vorliegenden zweiten Jugendroman der Dramaturgin des Berliner Grips Theaters, Nora Hoch, geht es um eine ungewöhnlich enge Mädchenfreundschaft. Kaja und Ilvy sind seit der Grundschulzeit unzertrennlich, wohnen im gleichen Mietshaus in Hamburg und sind nun im letzten Jahr vor dem Abitur. Ilvy ist mehr die Vernünftige, die mit einer verständnisvollen Mutter aufwächst, wohingegen Kaja verdeckter häuslicher Gewalt ausgesetzt ist und ein schwieriges Eltern-Kind-Verhältnis hat. Doch dann geht Kaja Ilvy verloren, nicht nur im eigentlichen Sinn. Die eher zögerliche Ilvy beschreibt als Ich-Erzählerin ihre impulsiv bis draufgängerische Freundin in Rückschauen und begibt sich so auf die Suche, um zu verstehen, was mit Kaja passiert ist und wo sie ihr verlorenging. Dabei steht Ilvy stets unter Druck durch die Sorge um ihre Freundin, damit diese nicht weiter in die Drogenwelt abdriftet. Schließlich findet Ilvy Kaja nach schwerem Drogenmissbrauch im Krankenhaus, doch auch dieser Warnschuss führt zu keiner durchgreifenden Verhaltensänderung der häuslichen Situation bei Kajas Eltern. Kaja zieht dann zu Ilvy und ihrer Mutter und Ilvy muss den Wert ihrer Freundschaft neu austarieren, damit sie sich nicht selbst verlorengeht. - Ein einfühlsamer Jugendroman, der die aufreibende Gefühlswelt von Teenagern, die starke Verlockung durch Drogen, die Verletzungen durch häusliche Gewalt und die Bedingungen von Freundschaft sehr überzeugend abbildet. Ein richtig gutes Buch!
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Vera Lang empfiehlt:

Beste Freundinnen von klein auf, im Geiste eigentlich Schwestern, das sind Ilvy und Kaja. So nahe sich die Mädchen auch sind, so unterschiedlich sehen ihre Lebenswelten und ihre Persönlichkeiten aus. Auf der einen Seite die ruhige und unscheinbare Ilvy, auf der anderen Kaja, die keine Party auslässt, von allen gesehen wird und zum Schrecken Ilvys leider immer mehr in die Drogensucht abzurutschen droht. Denn hinter der laut schimmernden Persönlichkeit verbirgt sich ein Familiendrama. Nach einer gemeinsamen Party-Nacht verschwindet Kaja ohne Vorwarnung. Ilvy sieht sich in der Verantwortung ihre Freundin wieder zu finden. Während ihrer Suche erinnert sie sich an vergangene gemeinsame Erlebnisse während ihres Aufwachsens und muss feststellen, dass sie Kaja schon viel früher verloren hat. Sie muss lernen, nicht nur an ihre Freundin, sondern auch an sich zu denken und somit Kaja, aber auch sich selbst wiederzufinden.

Vera Lang, Buchberaterin Kinder- und Jugendbuch

Artikelbeschreibung

Kann man jemanden retten, der nicht gerettet werden will?

Ilvy und Kaja. Zwei Mädchen, die im selben Haus aufwachsen und doch aus ganz unterschiedlichen Welten kommen. In ihrer Kindheit stehen sie sich fast so nah wie Schwestern. In der Pubertät ziehen sie zusammen los. Gemeinsam entdecken sie Jungs, Partys und Drogen. Aber mit der Zeit zeigt sich ein Riss. Was Ilvy gleichermaßen fasziniert und beunruhigt, wird für Kaja zum Mittelpunkt. Sie droht immer mehr in die Sucht abzurutschen. Ilvy muss herausfinden, wie sie Kaja schützen kann, ohne sich selbst zu verlieren.

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Personeninformation

Nora Hoch, geboren 1983 in Bochum, studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und arbeitet heute als Schriftstellerin, Theaterpädagogin und Lehrerin. Mit ihrem Debütroman 'Das Salzwasserjahr' war sie für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und den Evangelischen Buchpreis nominiert. Ihr zweiter Jugendroman 'Wir holen uns die Nacht zurück' erhielt den Leserpreis "Buchsommer Sachsen", wurde im Theater uraufgeführt und gewann den Ikarus-Preis. 'Das beste Versteck des Sommers' war für den Deutschen Kinderbuchpreis nominiert. Nora Hoch lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Pressestimmen

Wir holen uns die Nacht zurück geht unter die Haut. Nora Hoch thematisiert nicht nur häusliche Gewalt und Suchtprobleme, sie schildert auch sehr einfühlsam und authentisch, wie eine enge, langjährige Freundschaft an ihre Grenzen kommt. Dominique Salcher Münchner Merkur 20220825
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