Was es braucht in der Nacht

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Geschichte von Vater und Sohn, die sich den Härten der Realität nicht entziehen können.
Laurent Petitmangin erzählt in seinem Debüt nüchtern und radikal die Geschichte einer gebeutelten Familie. Fus und Gillou bleiben mit dem Vater allein zurück, nachdem die Mutter an Krebs verstorben ist. Der Vater tut, was er kann, begleitet den Älteren, Fus, zu Fußballspielen und fördert den Jüngeren auf seinem Bildungsweg. Fus übernimmt früh Verantwortung und trägt mehr als der Bruder die Last der gestohlenen Kindheit. Er ist es, der sich zu verändern beginnt, andere Freunde mit nach Hause bringt und sich schließlich radikalisiert und dem Front National anhängt. Dies ist für den sozialistisch aktiven Vater ein doppelter Verrat an seiner Erziehung und er sieht sich der Entwicklung machtlos gegenüber. Nur einmal hat er seine Aggression verbal nicht im Griff, will er doch den Draht zu Fus nicht verlieren. Das faschistische Treiben eskaliert und lässt das Leben von Vater und Sohn entgleisen. Die Verbindung wird auf eine harte Probe gestellt, die das Verhältnis letztlich klärt, das Schicksal aber nicht mehr aufhalten kann. Unsentimental wird eine Entwicklung gezeigt, die gesellschaftlich um sich greift und in ein familiäres Schicksal eingebunden, das für viele Heraus- und Überforderungen im Leben stehen mag. Der Leser bleibt sprachlos zurück. Fast wie ein Bericht mutet diese Novelle an, wobei einige sprachlichen Wendungen unpassend anmuten, was einer punktuell nicht immer sensiblen Übersetzung geschuldet sein kann. In jedem Fall lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Mein Sohn, trotz allem

Fus und Gillou, 10 und 7, sind sein ganzer Stolz. Doch als seine Frau stirbt, steht er mit seinen Jungs allein da. Die Arbeit als Monteur, Haushalt, Erziehung: Er gibt sein Bestes, bringt die Jungs zum Fußball, zeltet mit ihnen in den Ferien. Die ersten Jahre läuft alles glatt. Nur Fus wird in der Schule schlechter, sodass er danach nicht in Paris studieren kann. Der Vater tröstet sich damit, dass sein Ältester nicht wegzieht - bis er entdeckt, dass der 20-Jährige neuerdings mit einer rechtsextremen Clique rumhängt. Wie fühlt man sich, wenn der Sohn in falsche Kreise gerät? Was kann man tun? Er weiß sich nicht anders zu helfen, als mit erbittertem Schweigen seine Missbilligung kundzutun. Ein Drahtseilakt, der in einer Tragödie gipfelt.

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Personeninformation

Laurent Petitmangin, 1965 in Lothringen geboren, stammt aus einer Bahnarbeiterfamilie. Er arbeitet bei der Air France und nach Jahren im Ausland wohnt er heute mit seiner Familie nahe Paris. Sein Debüt 'Was es braucht in der Nacht' wird in ein Dutzend Sprachen übersetzt und verfilmt.

Holger Fock und Sabine Müller übersetzen seit 25 Jahren gemeinsam französische Literatur, zuletzt Patrick Deville, Olivier Rolin und Mathias Énard. 2011 wurden sie für ihr gemeinsames Werk mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

Knappes Drama, hinter dem das ganze Dilemma Frankreichs steht: Strukturwandel, Nationalismus und Armut. Günter Keil Playboy 20220701
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