Todtnauberg

Band 28229
Die Geschichte von Paul Celan, Martin Heidegger und ihrer unmöglichen Begegnung
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Buchprofile - Rezension
Geschichte einer historischen Begegnung des Dichters Paul Celan mit dem Denker Martin Heidegger zwischen Fiktion und Fakten.
Nur ein Germanistikstudent ist verbürgter Zeuge eines historischen Treffens im Schwarzwälder Hochmoor zwischen Celan und Heidegger, zweier Antipoden des 20. Jh.: Celan, traumatisierter Holocaustüberlebender und Autor der Todesfuge, und Heidegger, parteikonformer Philosoph und prominenter Verfasser wegweisender Schriften. Kunisch recherchierte Leben, Wirken und Beziehungen der zwei Männer, sammelte Notizen, Zitate und durchforstete Archive und fügte somit Rückblick und Vorausblende in eine so sich vielleicht abspielende historische Zeit. Auch sprachlich ist dem Leser dieser Versuch immer präsent, womit der Autor sensibel mit seiner sich gestellten Aufgabe umgeht, die spannende Leerstelle der Treffen der beiden Personen in Fakten einzubinden und durch Fiktion eine Deutung zu bieten. So erhält man biografische Auszüge aus Celans und Heideggers Leben und erkennt den einen als erschütterten Mann, dessen Physis und Psyche versucht, mit dem Erlebten umzugehen, und den anderen als stabile Figur einer Zeit, die es schaffte, Vergangenheit in das eigene Leben zu integrieren bzw. nichtig zu machen. Ob das ominöse Treffen 1967 nun als Abrechnung geplant war oder als Konfrontation mit dem Unerhörten, bleibt offen. Wahrscheinlich ist lediglich eine gewisse Anziehung der beiden zueinander, die die Schriften des jeweils anderen kannten und aus wohl unterschiedlichen Gründen eine Auseinandersetzung suchten. Wer sich mit Celan und Heidegger beschäftigt, entdeckt viel Bekanntes, das Kunisch einzigartig in eine Geschichte packt, die Verknüpfungen anbietet, wo Fragen standen.
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Artikelbeschreibung

Dichter und Denker. Todesfuge und Schwarze Hefte - das Treffen in Todtnauberg

Ein langjähriger Antisemit und der einzige Holocaust-Überlebende seiner Familie: Drei Mal begegneten sich Paul Celan und Martin Heidegger, zu Spaziergängen, zum Kaffee, zu Gesprächen.

Was verband einen der wirkungsmächtigsten deutschen Philosophen und den bedeutendsten jüdischen Lyriker deutscher Sprache im 20. Jahrhundert, der dem ersten Treffen eines seiner bekanntesten Gedichte widmete: »Todtnauberg«?

Diese drei Begegnungen sind in der deutschen Geistesgeschichte einzigartig. Hans-Peter Kunisch erzählt sie so dicht, so lebendig und anschaulich, wie dies erst neue Recherchen und Quellen möglich machen. So nah sind wir Paul Celan und Martin Heidegger bislang nicht gekommen.

- Erstmals in einem Buch nacherzählt: die Lebensgeschichten, verbunden mit der besonderen Beziehung zwischen Celan und Heidegger - recherchiert in bislang unbekannten Quellen und bei den letzten Zeitzeugen

- Aufwendig gestaltet, mit bedrucktem Vorsatzpapier

- Mit Lesebändchen

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Personeninformation

Hans-Peter Kunisch, geboren 1962, studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und promovierte über Musil, Schnitzler und Kafka. Für 'Todtnauberg' hat er vor Ort und in Archiven von Marbach bis Paris recherchiert und dort die letzten lebenden Zeitzeugen gesprochen. Er schreibt für 'Die Zeit', 'SZ', den WDR, DLF Kultur und das 'Philosophie Magazin'.

Pressestimmen

Ein philosophischer Thriller der Sonderklasse. Harald Klauhs Die Presse 20200627
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