Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe

Roman | »Ein Buch das ich mit stiller Begeisterung gelesen habe.« Christine Westermann
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Buchprofile - Rezension
Aufräumarbeiten: Doris Knechts Roman erzählt von einer weiblichen Lebensinventur.
Wer eine vollständige Liste mit allen vergessenen Dingen anlegt, muss trotz dieser Vergesslichkeit eine gute Erinnerung haben. Die Figur, die die österreichische Schriftstellerin und Kolumnistin Doris Knecht ins epische Rennen schickt, steht sozusagen an der Abbruchkante des Familienlebens. Dort ist sie bereit, ihr altes Leben zu vergessen und das zu inventarisieren, was wert ist, in ein neues mitzukommen. Die Zwillingskinder sind fertig mit der Schule und verlassen die Wohnung, die auf einmal viel zu groß ist, der Vater lebt schon längere Zeit nicht mehr bei der Familie. Gegenüber ihren vier jüngeren Schwestern, die anscheinend glücklich verheiratet sind, befindet sich die Ich-Erzählerin ebenso wie gegenüber den Eltern, von deren Familienleben auch der Putz abbröckelt, in einer Minderheitsposition, aus der sie allerdings das Beste macht: indem sie frank und frei erzählt, welche Möglichkeiten ihr nunmehr offen stehen, welche Chancen sich ihr auf dem Wohnungs-, Arbeits- und Partnerschaftsmarkt bieten, worauf sie selbst verzichten kann (auf ihre kobaltblaue Seidenbluse und die High Heels, bis auf die des Modedesigners Helmut Lang) und was sie braucht (eine eigene Wohnung mit Sperrholzmöbeln, einen Hund). Eine eindringliche, mit Humor gewürzte weibliche Lebensselbstbefragung, eine Inventur in der Lebensmitte, sehr empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Die Inventur eines Lebens - schnörkellos, authentisch, witzig


Sie ist die Tochter, die stets unsichtbar war neben ihren braven, blonden Schwestern. Sie ist die alleinerziehende Mutter, die sich stets nach mehr Freiheit und Unterstützung sehnte. Sie ist die Überempfindliche, die stets mehr spürte als andere. Sie ist jemand, der Veränderungen hasst. Doch irgendetwas muss geschehen. Die Kinder ziehen aus und sie muss sich verkleinern. Sie sortiert ihren Besitz, ihre Erinnerungen, ihre Familienverhältnisse. Sie macht Inventur, sie zieht Bilanz und spürt etwas Neues: eine Freiheit, die sie bisher nicht kannte.


Wie ist es, wenn das Leben noch einmal neu anfängt? Nach 'Die Nachricht' schreibt Doris Knecht über eine Frau, die nach dem Auszug der Kinder neue Wege sucht. Doch zuerst muss sie noch etwas erledigen.


»Mit Intensität und Genauigkeit legt Doris Knecht Schicht um Schicht eines Lebens frei. Ein Buch, das beglückt, begeistert, beeindruckt.« Maria-Christina Piwowarski

»Doris Knecht erzählt mit genau der richtigen Mischung aus sanfter Traurigkeit und unpathetischer Hoffnung - und sowieso sehr elegant.« Alexander Solloch, NDR Kultur

»Der Doris-Knecht-Sound ist einmalig in der Gegenwart.« Udo Schöpfer, Rheinpfalz

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Personeninformation

Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin (u.a. beim Falter und den Vorarlberger Nachrichten) und Schriftstellerin. Ihr erster Roman, 'Gruber geht' (2011), war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen 'Besser' (2013), 'Wald' (2015), 'Alles über Beziehungen' (2017) und 'weg' (2019). Sie erhielt den Literaturpreis der Stiftung Ravensburger und den Buchpreis der Wiener Wirtschaft. Doris Knecht lebt mit Familie und Freunden in Wien und im Waldviertel.

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