Vom Aufstehen

Ein Leben in Geschichten | Die Wiederentdeckung einer Jahrhundertautorin - Eine poetische Autobiografie über familiäre Wunden, deutsche Geschichte und spätes Ankommen
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Buchprofile - Rezension
Autobiografische Schilderungen aus dem Leben der 80-jährigen Autorin, die als ungeliebtes Kind ihrer Mutter Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg erlebt hat.
Zeit ihres Lebens hatte die 1940 in Pommern geborene Helga Schubert um die Liebe ihrer Mutter gekämpft, doch nie gab es ein liebevolles Wort der Mutter für die Tochter. Im Gegenteil, die Mutter hatte der Tochter klar zu verstehen gegeben, dass sie dankbar für ihr Leben sein solle, denn sie hatte das unerwünschte Kind nicht abgetrieben – noch dazu ein Mädchen. Auch hatte sie das Kind im Zweiten Weltkrieg mit auf die Flucht genommen und trotz des Einmarsches der Russen nicht erschossen. Nur von den Eltern ihres Vaters, der im Zweiten Weltkrieg gefallen war und den das Mädchen nie kennengelernt hatte, erfährt Schubert Liebe und Geborgenheit, wenn sie dort ihre Ferien verbringt. Besonders schmerzlich ist für sie, dass ihre Mutter all ihre Liebe der Urenkelin entgegenbringt, die ihr näher ist als die eigene Tochter. – Mit diesem Buch erzählt Schubert schonungslos und ehrlich von ihrem 80-jährigen Leben als Kind, Ehefrau, Mutter und Großmutter, vor allem von dem nie geheilten verletzten Kind in ihr. Gleichzeitig ist dieses Buch der Versuch der Psychologin und Autorin Schubert, Verständnis für das Gefühlsleben ihrer Mutter aufzubringen und so – nach deren Tod – Frieden mit ihr zu schließen. (Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse)
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Artikelbeschreibung

Ein Jahrhundertleben - verwandelt in Literatur

Helga Schuberts preisgekrönter Erzählband über Krieg, Diktatur, Pflege und die Kraft der Versöhnung

Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert ein deutsches Jahrhundertleben - ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

Dieses Buch ist Lebensrückblick und Trostschrift zugleich. Es erzählt davon, wie man trotz allem zu innerer Freiheit findet - und am Ende sagen kann: Alles gut.

  • Preisgekrönt: Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2020
  • Zeitzeugnis: Vom Zweiten Weltkrieg über die DDR bis ins geeinte Deutschland
  • Mutter-Tochter-Konflikt: Eine lebenslange Suche nach Versöhnung und Befreiung
  • Poetische Klarheit: Kurze, präzise Sätze von stiller Wucht und feiner Ironie
  • Ein Trostbuch fürs Alter: Über Pflege, Abschied und die Würde des späten Lebens

Produktsicherheit

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Personeninformation

Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, war Psychotherapeutin und Schriftstellerin in der DDR. Sie zog sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020 mit der Geschichte 'Vom Aufstehen' den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann. Der gleichnamige Erzählband erschien 2021 bei dtv und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erschien 'Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe', 2024 wurde Helga Schubert mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Landeskulturpreis MV ausgezeichnet.

Pressestimmen

Und das schönste Buch des letzten Jahres war der späte Triumph der wunderbaren und viele Jahre unbemerkten Helga Schubert: 'Vom Aufstehen'. Volker Weidermann Die Zeit 20220609
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