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Band 6645
Leben und Überleben im Kongo
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Buchprofile - Rezension
Liebevolle Beobachtungen der Lebensrealität der Menschen im Kongo.
Die Journalistin Judith Raupp hat 2010 ihre sichere Arbeitsstelle als SZ-Redakteurin verlassen, um für eine kirchliche Frauenorganisation in der ost-kongolesischen Stadt Goma Journalisten auszubilden. Seitdem lebt und arbeitet sie dort und hat den Kongo auch nach Ende ihres Vertrags nicht verlassen. Für diverse Medien berichtet sie immer wieder über den Alltag im Kongo und ihr eigenes Leben dort. Über viele dieser Eindrücke berichtet sie beeindruckend wie gleichzeitig erschütternd in ihrem Buch. Anders als viele andere Bücher über den afrikanischen Kontinent nimmt Raupp den Leser mit tief in den Alltag der Menschen in Ost-Kongo. Sie schildert alles Erlebte aus ihrer Sicht als scheinbar privilegierte und exotische weiße „muzungu“, die als eine der Wenigen mit ihrem Fahrrad durch die Gegend fährt. Sie beschreibt den Alltag der einheimischen Mitarbeitenden der Organisation um sie herum, schreibt über Hochzeiten, die Bedeutung von Friseurbesuchen im Kongo, über Sehnsüchte der Menschen genauso wie über die allgegenwärtige Gewalt, die Korruption und den Terror, den die Bevölkerung durch die Kämpfe zwischen den M23-Milizen und der Regierungsarmee erleiden muss, während die UN-Friedenstruppe scheinbar hilflos zuschaut. Indem Judith Raupp die Leserinnen und Leser in den Alltag mitnimmt, werden die Personen, denen die Autorin begegnet, rasch von Fremden zu Vertrauten. Ob Bintou, Safi, Luc oder Micheline: Raupp lässt uns in ihre Köpfe und Herzen schauen. Dazu trägt auch ihr Sprachstil bei: Wörtliche Rede wechselt sich ab mit Beschreibungen, genauso wie intime Reflexionen über das Erlebte mit ihrem Lebensgefährten und dem Lesenden als stillen Beobachtenden. Wenn Freunde, Bekannte und Sympathisanten der Autorin bisher nicht verstanden haben, warum sie ihr sicheres Leben für eines der unsichersten Länder der Erde getauscht hat: Am Ende werden sie eine Ahnung davon haben. Lesenswert für alle, die neugierig auf andere Kulturen sind!
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Artikelbeschreibung

Alltag im Ausnahmezustand: 15 Jahre im Kongo

Judith Raupp lebt und arbeitet als freie Reporterin und Medientrainerin seit 15 Jahren in Goma im Ostkongo. In ihrem packenden Buch nimmt sie uns mit zu den Menschen dort, die ihre Lebenslust und ihren Erfindungsreichtum der Gewalt, der Willkür und dem Elend entgegensetzen. Wir gehen mit ihr auf Hochzeiten und Beerdigungen, besuchen den Friseur, die Universität, Amtsstuben und Freunde im Gefängnis, erleben Verhöre beim Geheimdienst, Razzien, Krieg, Ebola und Covid. Sie gibt uns einzigartige Einblicke in die Politik und in den Alltag im Kongo, dessen koloniales Erbe schwer auf dem Land lastet.

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Anschrift: Wilhelmstraße 9
DE-80801 München
Kontakt: produktsicherheit@beck.de

Personeninformation

Judith Raupp, geboren 1964, war von 2000 bis 2010 Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung. Sie verließ die SZ, um für eine Frauenorganisation in der ostkongolesischen Provinzhauptstadt Goma eine Pressestelle aufzubauen, unterrichtete Journalismus an den Universitäten in Goma, Butembo und Bukavu und bildete ein Team von Trainern für den Verband der Kommunalradios aus. Das Team erhielt 2022 den Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungsund Pressefreiheit. Raupp ist Trainerin und freie Reporterin in Goma und berichtet u.a. für die SZ, DIE ZEIT und den Deutschlandfunk über den Alltag im Kongo.

Pressestimmen

"Was das Buch so lesenswert macht, ist, dass sich Raupp zurücknimmt. … Sie lässt die sprechen, die sonst nicht zu Wort kommen."
Südkurier

"Judith Raupp reiste als Journalisten in verschiedene afrikanischen Ländern auch in den Kongo. ... Jetzt hat sie ein Buch über diese mittlerweile 15 Jahre im Kongo geschrieben."
Deutschlandfunk Andruck, Catrin Stövesand

"Nachdem ich das Buch gelesen habe ..., habe ich verstanden, wie viele falsche Bilder ich über das Leben im Kongo habe, dass die Demokratisch Republik Kongo nicht nur das Herz der Finsternis ist. ...Judith Raupp schildert keinesfalls ein Elendspanorama, sondern eine Geschichte von Widerstand, Überlebenswille, Humor und Wärme."
Süddeutsche Zeitung, Podcast "Das Thema", Lars Langenau

"Rebellen, Ebola und Armut trotz Rohstoffen: Die Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist komplex. Die Reporterin Judith Raupp gibt einen Einblick in den dortigen Alltag. Von Menschen im Ostkongo lassen sich Solidarität, Risikobereitschaft und Zuversicht lernen."
Evangelische Zeitung

"Ein einfühlsames, vielschichtiges und sehr persönliches Porträt über den Ostkongo und seine Menschen"
Schwäbische Zeitung, Katrin Gänsler

"Eine erschütternde Lektüre, von Anfang an mitreißend, da persönliche Erlebnisse und Erfahrungen ganz unmittelbar vermittelt werden."
KUNSTUNDMEDIEN, Jörg Raach

"Eine Hommage an den Lebenswillen im Alltag ... Einen besseren Bericht aus erster Hand über den Ostkongo und Umgebung kenne ich nicht. Es ist ein höchst ehrliches und informatives Buch."
AFRICA live, Volker Seitz

"Es sind immer wieder diese Erklärungen aus dem Alltag, aus Gesprächen, mit denen Judith Raupp große Nähe herstellt zu den Menschen im Kongo."
landbote.de, Michael Schlag

Bewertungen

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