Eisiges Schweigen flussabwärts

Eine Reise von Moskau nach Berlin
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Buchprofile - Rezension
Der Auslandskorrespondent der ZEIT berichtet auf seiner Reise von Moskau aus entlang der europäischen Außengrenzen nach Berlin über die neue Abschottung Russlands gegenüber Europa.
Als Moskau-Korrespondent der Wochenzeitung "Die Zeit" verfolgt Michael Thumann seit mehreren Jahrzehnten die gesellschaftliche und innenpolitische Entwicklung in Russland, die nach einer vorübergehenden Westöffnung nach dem Zerfall der Sowjetunion unter der jetzigen, zunehmend diktatorischen Herrschaft von Wladimir Putin erneut von einer rigorosen Abschottung gegenüber Westeuropa und von einer aggressiven antiwestlichen Propaganda geprägt ist; der Angriff auf die Ukraine 2022 wirkte hier nochmals als ein Brandbeschleuniger. Wie sich diese neue Eiszeit in den Köpfen der Menschen konkret auswirkt, erfährt er nicht nur in seinen Gesprächen in Moskau, sondern vor allem entlang einer mutigen Reise von Moskau aus nach Berlin, die ihn über St. Petersburg entlang der Außengrenzen der baltischen Staaten und Polens nach Berlin führt. Eingestreut sind Berichte über Besuche in Georgien und Kasachstan, in der Enklave Kaliningrad und in der Ostukraine kurz vor dem russischen Überfall. Insgesamt entsteht so das Lagebild eines weithin in Trümmern liegenden gemeinsamen europäischen Hauses, das erschüttert und aufrüttelt und derzeit nur wenig Anlass zur Hoffnung bietet, dass sich die Dinge bald wieder zum Guten wenden werden. Geradezu grotesk wirkt beispielsweise seine Erzählung, wie der große, zeitlebens in Königsberg beheimatete Philosoph Immanuel Kant heute in Kaliningrad als Russe umgedeutet und instrumentalisiert wird. Erschreckend auch, so sein Fazit, wie viele Menschen bei uns die Realitäten in Putins Russland nicht wahrhaben wollen und die AfD und das BSW wählen, die heute schon Teil der russischen Einflusssphäre in Deutschland sind. – Ein hochaktuelles und ungeheuer wichtiges Sachbuch, das in keiner Bücherei fehlen sollte.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Der Moskau-Korrespondent der ZEIT ist ein ausgezeichneter Kenner Russlands und seiner Entwicklung vom Zerfall der Sowjetunion bis heute. Nach einer Phase der Öffnung, schottete sich das Land unter Putin zunehmend und rigoros von Westeuropa ab, und der Krieg gegen die Ukraine hat zu einer diplomatischen Eiszeit geführt. Um herauszufinden, was das mit den Menschen macht, die an den Grenzen Russlands leben, begibt sich Thumann auf eine Reise von Moskau über Sankt Petersbug entlang der Außengrenzen der baltischen Staaten und Polens bis nach Berlin. Sein Buch ist ein Lagebericht der aktuellen Situation und ein Stimmungsbild zwischen Erschütterung und versiegender Hoffnung, das Europäische Haus wieder aufbauen zu können. In bester journalistischer Manier und mit hochinteressanten Beispielen liefert „Ewiges Schweigen flussabwärts“ sowohl hochaktuelle Informationen als auch grundlegende Sachkenntnis über eine politische Lage, die uns alle betrifft.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Von Moskau nach Berlin - Michael Thumanns melancholische Reise durch Russland, Polen und das Baltikum

Michael Thumann legt nach seinem SPIEGEL-Bestseller «Revanche» einen sehr persönlichen Reisebericht vor, in dem er die erneute Teilung Europas mit eigenen Augen erkundet. Er beschreibt in eindringlichen Reportagen und Augenzeugenberichten seinen Weg aus Moskau heraus über die schwer bewachten Außengrenzen Russlands, erst nach Osten Richtung Zentralasien, dann nach Westen über die baltischen Staaten und Polen nach Deutschland: von Moskau nach Berlin, mitten durch den neuen Eisernen Vorhang hindurch.

Thumann nimmt uns mit zu endlosen Befragungen an Grenzübergängen, er besucht russische Flüchtlinge in den Nachbarstaaten, er kommt auf seinem Weg von Ost nach West mit Menschen aus ganz Osteuropa zusammen und schildert ihre Ängste vor Russlands Revanchismus und Kriegslust. Oder ihre vorauseilende Unterwerfung angesichts von Putins unaufhörlichem Expansionsdrang. Thumann blickt dabei auch auf die eigene Familiengeschichte, den Mauerfall und seine zerplatzten Träume in der Putin-Ära zurück. Er spürt den Gründen für das prekäre deutsch-russische Verhältnis in der Geschichte und Gegenwart nach. Thumanns Buch ist ein mitreißendes zeitgeschichtliches Zeugnis von der Suche nach einer Sicherheit, die wir alle verloren haben.

  • "Ein eiskalter Wind weht über den Fluss, ich will zügig weitergehen, dann wieder: 'Halt, stehenbleiben!'" Michael Thumann
  • Michael Thumanns aufregende Reisereportage von Ost nach West
  • Michael Thumann ist einer der letzten deutschen Korrespondenten, die noch aus Moskau berichten
  • Das Buch basiert auf persönlichen Gesprächen, Erlebnissen und Reisen in Russland und Osteuropa, das durch neue Mauern und Stacheldrähte geteilt wird

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
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Personeninformation

Michael Thumann ist Außenpolitischer Korrespondent der DIE ZEIT, er arbeitet aus Moskau und Berlin. Seit den 1990er Jahren berichtet er für die ZEIT aus Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten. 2023 erschien bei C.H.Beck sein Bestseller "Revanche. Wie Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat". Seine Artikel, Podcasts und Bücher über Russland als Vielvölkerstaat und den neuen Nationalismus Putins haben unseren Blick auf dieses Land erweitert. Russland kennt er schon aus Studienzeiten, als er unter anderem an der Moskauer Lomonossow-Universität studierte.

Pressestimmen

„Beleuchtet die Absichten Putins im Krieg gegen die Ukraine"
ARD tagesschau24, Ulrich Timm

„Kennt das Land seit Jahrzehnten … schildert die Abriegelung der Grenzen, die Rückkehr des Eisernen Vorhangs.“
ARD ttt, Petra Böhm

„Ein wirklich brillantes Buch, in dem er das neue Russland beschreibt ... sogar die Russen selbst, so schreibt er, schweigen sich an. Was macht das mit einer Gesellschaft?“
ZDF Markus Lanz, Markus Lanz

„mehr als ein außenpolitischer Bericht, mehr als ein Stück Zeitdiagnostik. Es ist ein Abschied, ein persönlicher und politischer zugleich – vom alten Russland, vom Glauben an Verständigung, von einem Europa, das einst zusammenwachsen sollte.“
Frankfurter Rundschau, Michael Hesse

„Setzt der schroffen Kälte des Systems Putin eine Neugier entgegen, die weit über journalistische Routine hinausgeht. Sie ist menschlich, warmherzig und ehrlich interessiert.“
Deutschlandfunk Andruck, Martin Tschechne

„Bereits der Vorgänger "Revanche" von 2023 zeigte das große analytische Geschick und das geschichtliche Detailwissen des Autors, doch ist dies auch ein emotionales Buch."
Salzburger Nachrichten, APA

„Wird das jemals enden? Am Ende seiner Reise von Moskau nach Berlin scheint bei Michael Thumann ein wenig Hoffnung aufzukommen … das Nachdenken darüber hält Thumann dennoch für überfällig: Putin ist bald Mitte siebzig, die meisten Europäer und Russen werden ihn überleben.“
Cicero, Thomas Speckmann

„Unbedingt lesenswert!“
Gießener Anzeiger, Björn Gauges

„Thumanns kenntnisreiche, ebenso lebendig geschriebene wie politisch engagierte Reportagen über die neue Teilung Europas sind gut geeignet, Illusionen über Russlands imperialistische Ambitionen zu vertreiben.“
Bayern2, Das Büchermagazin, Jochen Rack

„Wer wissen möchte, wie die Stimmung bei den Menschen in Russland ist, bekommt durch Thumanns Buch einen lebendigen Eindruck.“
NZZ Online, Cord Aschenbrenner

„Die vielen kleinen Geschichten sind teils kurios, teils berührend oder traurig; all das macht das Buch sehr anschaulich und authentisch.“
Internationale Politik, Stefan Meister

„Brauchen Menschen, die uns die Zusammenhänge erklären und sortieren - Michael Thumann ist einer davon ... absolut empfehlenswert!"
NDR Fernsehen: DAS!, Bettina Tietjen

„Mehr als nur seine Reise von Moskau nach Berlin. Es geht um Wandel und Stillstand des russischen Systems in der Welt ... ein sehr persönliches Buch.“
Table Media, Florian Keisinger

„Ein eindrucksvoller Blick hinter den neuen, noch dichteren Eisernen Vorhang“
Abendzeitung, Martina Scheffler

„Kaum ein deutscher Journalist kennt Russland so gut wie er [...] in seinem Buch beschreibt er, wie sich Russland unter Putin systematisch vom Westen abwendet. Sein Buch ist eine Warnung.“
NDR Kultur Das Journal, Yasemin Ergin
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