Bild und Zeit

Eine Theorie des Bildbetrachtens
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Buchprofile - Rezension
Kunsthistorisch akademische Arbeit zur Rezeption von Bildern unter zeitlichem Gesichtspunkt.
Der Kunsthistoriker stellt Positionen und Fragestellungen aus dem akademischen Bereich zum Thema „Bild und Zeit“ vor. Der Gegenstand ist nicht ganz so universell, wie die Formulierung vermuten lässt. Denn unter Ausschluss von trivialen und Gebrauchskunst-Bildern, nicht-europäischer Bildwelt sowie von Seitenlinien der darstellenden Kunst wie Lichtkunst/beweglicher Op-Art geht es Grave zentral um „Bild“ als Erscheinungsmoment klassisch der Kunst zugeschriebener Werke. Seine Beispiele reichen vom Barock über Poussin, C.D. Friedrich bis zu Paul Klee. Mehr die Forschung resümierend als selbständig untersuchend führt Grave teilweise wie eine Literatur-Revue durch die Theorien des Gegenstands. Dabei streift er sowohl Theorien von Zeit aus der Phänomenologie (Husserl, Moritz Geiger) wie der dialektisch-kritischen Schule (Walter Benjamin). Ungenau nur lassen sich in der Fülle der akademisch vorgetragenen Gedanken die Spezifika ausmachen, die nun die „Bildbetrachtung“ vom gewöhnlichen Umgebungssehen unterscheiden. Die aufgeworfenen Fragen, etwa nach der zeitlichen Bestimmung des Moments, in dem ein bestimmter Bildteil die Wahrnehmung auf sich lenkt und sie fortführt, sind von hoher Bedeutung und das Werk dürfte dem „state of the science“ in der zeitgenössischen Kunstgeschichte entsprechen. In Gestus und Gehalt richtet es sich letztlich jedoch an das akademische Publikum und sei daher auch diesem eindrücklich empfohlen. Für Katholische öffentliche Büchereien wird es nur sehr großen Beständen mit Kunst-Schwerpunkt von Nutzen sein.
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Artikelbeschreibung

KÖNNEN BILDER MACHT AUF IHRE BETRACHTER AUSÜBEN? <BR> <BR>Können Bilder Macht auf ihre Betrachter ausüben? In seiner neuen Bildtheorie zeigt Leibniz-PreisträgerJohannes Grave, dass Bilder uns in zeitliche Prozesse verstricken, die sich nicht vollständig kontrollieren lassen, aber neue Denkräume eröffnen. Vor allem durch ihre Struktur und Gestaltung beeinflussen Bilder die Wahrnehmung und damit auch unsere Zeiterfahrung erheblich. Das Buch ist ein Plädoyer dafür, sich beim Blick auf Bilder Zeit zu nehmen und sich ganz in ihren Bann ziehen zu lassen.<BR>Bei der Betrachtung von Bildern wird dem Faktor Zeit meist keine besondere Bedeutung beigemessen. Anders als bei einem Text scheint beim Bild alles auf den ersten Blick gegenwärtig zu sein. Tatsächlich aber sind in Bildern verschiedene Zeitebenen miteinander verschränkt so z. B. die Zeitspanne, die man vor dem Werk verbringt, die im Bild dargestellte Zeitlichkeit oder die Alterung des Bildträgers. Die Wahrnehmung von Bildern lässt sich daher nicht als simultane Schau eines gegebenen Ganzen verstehen, sondern vollzieht sich in einer eigenen Zeit. Dabei kann das Sehen vorgezeichneten Spuren folgen oder auch aus einer Fülle von Angeboten auswählen. Johannes Grave geht der Frage nach, wie Bilder die Zeit ihrer Betrachtung auf eine Weise beeinflussen, die sich vom Blick auf andere Dinge und von der Lektüre eines Textes unterscheidet. <BR><BR> - Eine neue Bildtheorie des Leibniz-Preisträgers Johannes Grave<BR> - Das Verhältnis von Bild und Zeit erstmals kunsthistorisch und bildtheoretisch beleuchtet<BR>

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Pressestimmen

„Wer sich nach einer Exitstrategie zurück ins Bild und nach der Tiefe romantischer Kunstbetrachtung sehnt, ist mit diesem aus der ‚Zeit‘ gefallenen Buch richtig.“
WELT AM SONNTAG, Swantje Karich

„Johannes Grave sucht nach einer angemessenen Beschreibung unseres Betrachtens von Bildern … Eine stringente und klar artikulierte Argumentation“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Karlheinz Lüdeking

„öffnet den Blick auf eine Vielzahl von Ansätzen aus Bildwissenschaft, Kunstgeschichte und -theorie … vertieftes Erkenntnisvergnügen“
Falter, Thomas Leitner
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