Kraft

Eine Vakuumtheodizee
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Buchprofile - Rezension
Hintergründig-ironischer Roman über einen Rhetorikprofessor, der sich um eine Antwort bemüht auf die Frage: Ist alles, was ist, wirklich gut?
Der renommierte Rhetorikprofessor Richard Kraft ist von seinem alten Freund nach Kalifornien eingeladen worden, um - in Anlehnung an die Leibnizsche Theodizeefrage - zu der wissenschaftlichen Preisfrage "Warum ist alles, was ist, gut und kann dennoch verbessert werden?" Stellung zu nehmen. Die 1 Million Dollar, die von einem amerikanischen Internet-Mogul als Preis für die beste Antwort ausgesetzt sind, bräuchte Kraft dringend um das "misslungene Experiment seiner Ehe" zu beenden. Während er sich an die Stanford-Universität begibt, nebenbei die enttäuschende Begegnung mit einer früheren Liebe verkraften muss, reflektiert er alternierend über sein Leben, insbesondere über das permanente Scheitern seiner Beziehungen und über die von ihm geforderte Aufgabe. Es ist mehr als ersichtlich, dass von dem Aufgabensteller eine opportunistische, nämlich ganz und gar zukunftsoptimistische, technikaffine Antwort erwartet wird, die mit der Auffassung Krafts nicht in Einklang zu bringen wäre. - Der im Grunde mit ernsten philosophischen und gesellschaftspolitischen Problemen operierende und krisenhafte Lebenssituationen schildernde Roman nimmt seinem Gegenstand einen großen Teil seiner Schwere, einerseits durch seine subtile Komik und seinen schwarzen Humor, andererseits auch durch seine altmeisterliche auktoriale Erzählhaltung, wenn sich der Erzähler - im Einklang mit dem Leser - über seinen Protagonisten lustig macht. Gesagt werden muss aber auch, dass die Lektüre wegen oft Thomas-Mannscher Satzartistik nicht immer leicht von der Hand geht, jedenfalls volle Konzentration verlangt.
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Artikelbeschreibung

Richard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, unglücklich verheiratet und finanziell gebeutelt, hat womöglich einen Ausweg aus seiner Misere gefunden. Sein alter Weggefährte István, Professor an der Stanford Uni­ versity, lädt ihn zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Preisfrage ins Silicon Valley ein. In Anlehnung an Leibniz’ Antwort auf die Theodizeefrage soll Kraft in einem 18-­minütigen Vortrag begründen, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können. Für die beste Antwort ist eine Million Dollar ausgelobt. Damit könnte Kraft sich von seiner anspruchs­vollen Frau endlich freikaufen …
Komisch, furios und böse erzählt Jonas Lüscher in diesem klugen Roman von einem Mann, der vor den Trümmern seines Lebens steht, und einer zu jedem Tabubruch bereiten Machtelite, die scheinbar nichts und niemand aufhalten kann.

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Pressestimmen

"Jonas Lüscher erzählt mit Furor, Sinn für Komik und düsterer Wucht (...) Er zeigt, wie eindringlich Literatur sein kann."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 24. September 2017
"Neben seiner Klugheit ist 'Kraft' auch noch ein überaus witziges Buch."
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 23. September 2017
"Lüscher’s sense of humour and willingness to poke fun at his characters combined with his skill as a writer make this novel that is both intellectually challenging and a pleasure to read."
New Books in German Nr. 41.1, 2017
"Das Buch der Stunde, das Buch zu unserer Zeit."
Dina Netz, Deutschlandfunk, 07. März 2017

"Ein großer Wurf mit philosophischen Exkursen und umwerfend komischen Szenen."
Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 11. Februar 2017

"Eine kühl-heitere Gelehrtensatire mit Zeitgeistkritik."
Welt am Sonntag kompakt, 12. Februar 2017

"Jonas Lüschers fulminantes Romandebüt ‚Kraft‘ erzählt vom Clash zwischen Old Europe und New Economy […] Die kühle Intellektualität dieses Autors ist ein schöner Fremdkörper in einer Zeit, in der Reflexionsprosa nicht allzu hoch im Kurs steht."
Süddeutsche Zeitung, 04. Februar 2017

"Ein ironisch gebrochener intellektueller Diskurs und eine spannende, sinnliche Geschichte."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 4. Februar 2017 Platz 1 der SWR-Bestenliste Februar 2017

"Jonas Lüschers neuer Roman ‚Kraft‘ gehört zum Besten, was die Schweizer Literatur seit Jahren zu bieten hat."
Peter Bruni, Basler Zeitung, 31. Januar 2017

"Eine Geschichte über einen Mann und eine Million Dollar, die einen gleich mit Haut und Haar ergreift und regelrecht hineinsaugt in die existentielle Bredouille unseres Helden."
Denis Scheck, Das Erste "druckfrisch", 29. Januar 2017

"Es ist die Mischung aus Pfeifenraucherjargon und vor fast nichts zurückschreckender Ironie, die 'Kraft' zu einem jener Bücher macht, nach dessen Lektüre man intuitiv nach Platz sucht im Regal, nicht nur für dieses, sondern auch für alle anderen, die von Lüscher noch kommen."
Sebastian Hammelehle, LiteraturSPIEGEL, 28. Januar 2017

"Bilder, Szenen, Dialoge, die viel wissen lassen von dem, worum es in der Welt geht."
Simon Strauss, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29. Januar 2017

"Ein aufregender, komischer und vor allem hoch politischer Roman (...) Ein Glücksfall."
Heide Soltau, NDR Kultur, 26. Januar 2017

"Lüscher erweist sich auch in diesem Roman als außergewöhnlich präziser Beobachter, der mehrschichtig ein Psychogramm mit der Zeitgeschichte und dem Zeitgeist verbindet."
Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt, 26. Januar 2017

"Nach ‚Frühling der Barbaren‘ hat man Großes von Jonas Lüschers erstem Roman erwartet. Er liefert es."
Martin Ebel, Der Bund, 27. Januar 2017

"Ein hochintelligenter Lesegenuss, der an vielen Stellen sogar saukomische Wendungen bereithält."
Holger Ehling, Buchkultur, Februar/März 2017

"Dieses Buch wird für Furore sorgen."
Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 22. Januar 2017

"Lüscher is a perceptive commentator on Silicon Valley’s heady and hubristic ideological climate, with its smug boasts of ‚disruption‘ and death-denying (or rather ‚posthuman transtheotechnist‘) longings.“
The New York Times, Rob Doyle
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