Mit beiden Händen den Himmel stützen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die junge Lale wächst in den 80er Jahren in der schwierigen Umgebung einer Berliner Männer-Kommune auf, findet aber dennoch ihren Weg.
Der Debütroman von Lilli Tollkien handelt von der Protagonistin Lale und deren Aufwachsen in einer Berliner Männer-Kommune in den 1980ern. Drogenabhängige Mutter, alkoholabhängiger Vater, sexueller Missbrauch, beständige Respektlosigkeit gegenüber Frauen, Abtreibung – die Handlung lässt kaum eins der vom Setting her bereits zu erahnenden Probleme aus. Und doch: es gelingt der Autorin das Wunder der Gleichzeitigkeit. Die Protagonistin erfährt Fürsorge, Unterstützung, findet in der Schule und ihren Regeln Halt – jede Figur, selbst der Mann, der sich an dem Kind in seiner Obhut vergreift, bleibt menschlich. Im Nachgang der Gerichtsverhandlung zu den Verbrechen, die Gisèle Pelicot erlebte sowie angesichts von steigenden Zahlen der sexualisierten Gewalt in Deutschland ist die Lektüre des Romans keine seichte Kost. Zwar findet der Großteil der Handlung in Berlin vor dem Mauerfall statt, die Aktualität ist aber greifbar. Laut Klappentext ein Roman von einer „Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand“, ist im Buch das Gegenteil der Fall: Die Ausnahme zeigt sich in all ihrer Normalität und Allgegenwärtigkeit. Doch selbst am tiefsten Punkt im Leben Lales bleibt Hoffnung greifbar und der Weg hin zum Ausdruck und zum In-sich-Ruhen durch das Schreiben ist stets möglich und wird erreicht. So wird der Roman am Ende die Geschichte einer eigenmächtigen Befreiung.
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Artikelbeschreibung

Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. 

Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst. 

Authentisch, verletzlich, von poetischer Spannkraft.

»Lilli Tollkien schreibt mit einer Wucht, die man kaum erträgt - und gerade deshalb lesen muss.« Mareike Fallwickl

»Nach der ersten Seite war ich erschüttert, nach dem ersten Kapitel gefesselt. Ein Roman von unwahrscheinlicher Gravitation, ein seltenes Juwel.« Edgar Rai

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Personeninformation

Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in sehr unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in der JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Neben ihrem heutigen Beruf fotografiert sie und hat in Anthologien veröffentlicht. Sie lebt mit ihren Kindern in Leipzig. "Mit beiden Händen den Himmel stützen" ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

»Ein kraftvolles Plädoyer für Resilienz.« Renzo Wellinger kulturtipp 20260507

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