Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon

Roman
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Buchprofile - Rezension
Nach einer Gehirnblutung liegt ein Mann im Krankenhaus und blickt auf sein Leben - und den Tod.
Was für ein blöder Titel für ein ganz und gar nicht blödes Buch! Es ist der Bericht des Autors Martin Simons über das Jahr seines Lebens, in dem er dem Tod ebenso plötzlich wie erschreckend nahekommt und in dem er Erkenntnisse gewinnt, die er andernfalls nicht hätte gewinnen können. Eine Blutung im Gehirn katapultiert Martin kurz vor Weihnachten aus seinem gewohnten Leben mit Frau, kleinem Kind und Festvorbereitungen direkt auf die Intensivstation eines Krankenhauses. Noch ist zwar nicht klar, was das lebensbedrohliche Ereignis in seinem Kopf ausgelöst hat, ganz klar ist indes, dass das, was einmal passiert ist, ein zweites Mal passieren könnte und dann vermutlich einen tödlichen Ausgang nehmen würde. Martin muss liegen, liegen, nichts als liegen, und während zahlreiche Geräte seine Vitalfunktionen so minutiös wie möglich überwachen und die Ärzte Ursachenforschung betreiben, bleibt dem Patienten nur, seine Situation zu reflektieren. Simons tut das mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit, die sich in den knappen, klaren Sätzen widerspiegeln, die den Leser mit hineinnehmen in die Gedanken eines Mannes, der nüchtern analysiert und vor allem dem Tod gegenüber seltsam gelassen zu sein scheint. Die Ruhe, mit der der Autor sein Leben inspiziert, mag befremden, bietet dafür aber einen interessanten Einblick jenseits dramatischer Emotionen angesichts eines existenziellen Wendepunkts im Leben. Eine erkenntnisreiche Lektüre, die ihre Spannung nicht aus den äußeren Abläufen, sondern den weitaus unbekannteren inneren Umwälzungen zieht.
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Artikelbeschreibung

"Martin Simons hat den Bericht eines Jahres geschrieben, das mit einer Blutung im Kopf beginnt und mit einem geheilten Herzen endet. Dazwischen liegt fast ein ganzes Leben." Dirk von Lowtzow. An einem grauen Dezembernachmittag entgleitet Martin Simons mitten auf der Straße die Kontrolle über seinen Körper. Statt Weihnachten mit seiner jungen Familie zu verbringen, findet er sich auf der Intensivstation eines Krankenhauses wieder: Jederzeit kann der Finger aus Blut auf seinem Ausschalter, wie eine Ärztin es formuliert, sein Leben beenden. Während die Ärzte nach Gründen für die Hirnblutung suchen, geraten die inneren Kontinente des Erzählers in Bewegung. Der Beginn einer persönlichen Wandlung. In poetischer Dichte und großer Klarheit erzählt Martin Simons vom menschlichen Ausnahmezustand.

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Personeninformation

Martin Simons wuchs in Selm auf und lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher. Zuletzt erschien von ihm »Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon« (2019).

Pressestimmen

»Simons verdichtet, komponiert und reflektiert das Erlebte. Das Buch ist intensiv und schonungslos, es ist ein Roman über Menschlichkeit im Angesicht Todes. Es bleibt das Positive und die Erkenntnis über das, was wichtig ist im Leben.« ZDF 20191113
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