Lemberg

Die vergessene Mitte Europas
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Buchprofile - Rezension
Die Biografie einer Stadt als Spiegelbild europäischer Geschichte.
In der westukrainischen Stadt Lemberg wohnten lange Zeit Menschen verschiedener Religionen und Nationalitäten nebeneinander, bis der Zweite Weltkrieg und der Holocaust diese Vielfalt zerstörte. Die politische Herrschaft wechselte allein im 20. Jh. sieben Mal. Diese Begebenheiten machen die Stadt für den Historiker Lutz C. Kleveman zu einem "Brennglas europäischer Geschichte" (S. 13). Er erzählt die Biografie der Stadt von der Herrschaft der Habsburger bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Außer der abwechslungsreichen Stadtgeschichte animiert auch der lockere Schreibstil des Autors zum Weiterlesen. Das Sachbuch erinnert eher an einen Reisebericht durch die Vergangenheit und bietet dem Leser keine bloße Abfolge von Ereignissen. Man folgt dem Autor durch die Stadt, der anhand von markanten Ecken die Ereignisse der turbulenten ersten Hälfte des 20. Jh. erzählt. Immer im Blick ist dabei auch die gesamteuropäische Geschichte. Vor dem Hintergrund der andauernden Ukraine-Krise erzählt das Buch einen bislang wenig beachteten Teil der Landesgeschichte, der nicht zuletzt in Lemberg selbst relativ unbekannt ist. - Für ausgebaute Bestände durchaus eine Bereicherung!
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Artikelbeschreibung

Die Biographie einer Stadt. Einst Teil des Habsburger Reichs, galt Lemberg als »Jerusalem Europas«, wo Polen, Juden, Ukrainer und Deutsche zusammenlebten. Namhafte Künstler und Wissenschaftler prägten eine Moderne, die der in Berlin und Wien in nichts nachstand. Dann verlor Lemberg wie so viele mitteleuropäische Städte durch Krieg, Holocaust und Vertreibung fast alle Einwohner - und damit sein Gedächtnis. Siebzig Jahre später, inmitten der Ukraine-Krise, sucht Lutz C. Kleveman die verschüttete Vergangenheit der Stadt freizulegen. Was er dabei entdeckt und brillant erzählt, ist nicht weniger als die Geschichte Europas bis heute. »Lutz C. Kleveman erschließt lebendig und sehr persönlich die Geschichte dieser faszinierenden Stadt, die so viele Vergangenheiten hatte, Bühne so vieler Kulturen,Träume und Tragödien war. Ein immenses Lesevergnügen.« Philipp Blom (»Der taumelnde Kontinent«) »Ein ebenso sorgfältiges wie umfassendes Geschichtsbuch über eine faszinierende Stadt, hinter deren bezaubernder Fassade sich Ungeheuerlichkeiten entluden.« Sabine Adler (Deutschlandfunk)

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Personeninformation

Lutz Kleveman, geboren 1974, hat Neuere Geschichte an der London School of Economics (LSE) studiert und als Journalist u.a. für Die Zeit, Spiegel Online, Newsweek und den Daily Telegraph geschrieben. Er ist der Autor von »Der Kampf um das heilige Feuer«, »Kriegsgefangen« (2011) und bei Aufbau »Lemberg. Die vergessene Mitte Europas«.

Pressestimmen

» Das Fließende des Textes, die stete Reflexion, was man da gesehen hat, ist kein Trick, eher die langsame Verfertigung der Erkenntnis im Lauf der Erkundungen. « taz. Die Tageszeitung 20170708
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