Das verlorene Paradies

Roman. Nobelpreis für Literatur 2021
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Buchprofile - Rezension
Das Schicksal eines jungen Mannes in Ostafrika zu Beginn des 20. Jh.
Wir befinden uns in Ostafrika um die Wende zum 20. Jh.: Der 12-jährige Yusuf wird von seinem verschuldeten Vater an einen reichen Kaufmann in die Leibeigenschaft verkauft. Yusuf muss sich von seinem bisher gekannten Leben verabschieden und ist gezwungen, sich in seiner Rolle als versklavte Ladenaushilfe zurechtfinden. Später begleitet Yusuf Handelsreisen nach Zentralafrika. Er macht unbeholfene Bekanntschaften mit jungen Frauen und grimmigen Sultanen. Schließlich begegnet er der durch eine Krankheit entstellten Ehefrau seines Lehnsherren: Sie lebt in einem Haus isoliert von der Außenwelt. Als sie Yusuf sieht, entwickelt sie eine gefährliche Obsession für ihn: Sie hält Yusuf für einen Gesandten Gottes, der sie von ihrem Leid erlösen kann. Weil Yusuf sich schließlich von ihr lossagen möchte, beschuldigt sie ihn fälschlicherweise einer Gewalttat. Als am Ende der Erste Weltkrieg ausbricht, bleibt es offen, wie es mit Yusuf weitergehen wird. - Abdulrazak Gurnah führt in seinem Roman durch den Alltag einer Welt, die man in Europa sonst nur durch einen vom Kolonialismus geprägten Blick kennt. Er beschreibt diese dabei auf eine kluge und doch verständliche Weise, die dem Leser Lust auf mehr macht. Im Jahr 2021 wurde er dafür zu Recht mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Allein deshalb ist der Roman allen Büchereien nur zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Endlich wieder in deutscher Übersetzung lieferbar: das Buch, mit dem Abdulrazak Gurnah der Durchbruch gelang

Ostafrika, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der zwölfjährige Yusuf führt mit seiner Familie ein einfaches Leben auf dem Land. Als der Vater sich mit seinem kleinen Hotel verschuldet, wird Yusuf in die Hände von Onkel Aziz gegeben und landet im lebhaften Treiben der Stadt, zwischen afrikanischen Muslimen, christlichen Missionaren und indischen Geldverleihern. Die Gemeinschaft dieser Menschen ist alles andere als selbstverständlich und von subtilen Hierarchien bestimmt. Yusuf hilft in Aziz' Laden und bei der Pflege seines paradiesisch anmutenden Gartens. Doch als der Kaufmann ihn auf eine Karawanenreise ins Landesinnere mitnimmt, endet Yusufs Jugend abrupt. Die gefährliche Unternehmung bringt Krankheit und Tod und zeigt allen Teilnehmern schmerzhaft, dass die traditionelle Art des Handels keine Zukunft mehr hat. Was Yusuf erlebt, lässt ihn erwachsen werden. So verliebt sich der junge Mann nach seiner Heimkehr kopfüber, aber er und alle um ihn herum werden brutal mit der neuen Realität der deutschen Kolonialherrschaft konfrontiert.Einfühlsam, lebendig und in leichtem, humorvollem Ton, erzählt Abdulrazak Gurnah in 'Das verlorene Paradies' vom Erwachsenwerden in Zeiten des kolonialen Umbruchs. Im Original 1994 erschienen, stand der Roman u.a. auf der Shortlist des Booker Prize und stellte für Gurnah den Durchbruch als Schriftsteller dar. Jetzt ist er endlich wieder in der Übersetzung von Inge Leipold auf Deutsch zu lesen.

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»Unterhaltsamer und aufrichtiger kann Humanismus kaum dargestellt werden.« Deutschlandfunk "Büchermarkt", Jan Drees
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