Kerbholz

Roman
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Buchprofile - Rezension
Wie kann man eine äußerst ungewöhnliche und erniedrigende Lebenssituation meistern?
Als Kinder überleben Katherine und ihr Bruder Maurice den Absturz des elterlichen Autos in eine Schlucht im dünn besiedelten Teil der Westküste der neuseeländischen Südinsel. Sie werden von einem Outlaw gefunden, der sie zu einer verlassenen und von ihm und einer älteren Frau okkupierten Farm bringt. Für die beiden sind die Kinder über Jahre willkommene Arbeitskräfte. Die beiden verheimlichen ihnen über lange Zeit, dass es gar nicht so weit ist, um zur nächsten Straße und damit zu einer Siedlung zu gelangen. Maurice klammert sich an die Hoffnung, von dem abgelegenen Gelände wegzukommen. Er unternimmt mehrere Fluchtversuche; bei seinem letzten kommt er als Teenager ums Leben. Katherine dagegen lernt von der Frau einiges Heilwissen und fügt sich langsam in ihre Lebenssituation. Letztlich bleibt sie freiwillig dort und fügt sich auch als junge Mutter in die Gemeinschaft der Außenseiter in der Region ein. Parallel zur Rettungsgeschichte beschreibt der Autor die nicht nachlassende Suche einer Tante nach den letzten Spuren ihrer Angehörigen. Der größte Schock für sie ist, als die sterblichen Überreste von Maurice gefunden werden und die Gerichtsmediziner herausfinden, dass er etliche Jahre in dem menschenleeren Teil Neuseelands gelebt haben muss. - Zwischendurch trägt der Roman Züge von Geschichten, wie sich Menschen allein in unwirtlicher Umgebung durchschlagen mussten. An anderen Punkten kommen Assoziationen zu Berichten über Sklaven- und Gefangenendasein und das unbarmherzige Ausnutzen von Menschen in hilfloser Lage. Symbol für all dies ist das namengebende Kerbholz, in das Martha einritzt, wie viel Arbeit ihr die Kinder schulden, weil sie ihnen das Überleben ermöglicht.
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Artikelbeschreibung

Eine britische Familie stürzt an der einsamen Westküste Neuseelands mit dem Auto über eine Klippe, nur die drei Kinder auf dem Rücksitz überleben. Unter moosbehangenen Felswänden suchen sie Schutz vor Insekten und dem unerbittlichen Regen, bis endlich Rettung naht: Zwei Outlaws bringen die Kinder auf ihre abgelegene Farm. Doch schnell zeigt sich, dass ihnen günstige Arbeitskräfte sehr gelegen kommen. In der rauen Landschaft auf sich allein gestellt, führt jedes der Kinder bald seinen ganz eigenen Kampf um Freiheit und ums Überleben. Und im fernen England macht sich ihre Tante auf die Suche nach den Vermissten.

Mit einem tiefen Verständnis für die Psychologie seiner Figuren fragt Nixon danach, welche äußeren und inneren Zwänge den Menschen prägen und was eine Familie im Kern ausmacht.

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Personeninformation

Carl Nixon (*1967 in Christchurch, Neuseeland) studierte Religionswissenschaften und Pädagogik an der University of Canterbury. Nach seinem Studium unterrichtete er Englisch und lebte eine Zeit lang in Japan und New York. Sein mehrfach ausgezeichnetes Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke, er erhielt den Katherine Mansfield Short Story Award und gewann zwei Mal den Sunday Star Times Short Story Contest. Sein Debütroman Rocking Horse Road stand vier Monate auf der KrimiZEIT-Bestenliste. Nixon lebt in Christchurch. Jan Karsten studierte Amerikanistik und Germanistik an der Universität Hamburg. Seit 2013 betreibt er gemeinsam mit Zoë Beck den literarischen Verlag CulturBooks. Zusätzlich arbeitet er als freiberuflicher Lektor und übersetzt aus dem Englischen, unter anderem Werke von Carl Nixon, Keith Gessen und Kathryn Scanlan.

Pressestimmen

»Psychologisch meisterhaft komponiert, mit Figuren, die einen immer dann überraschen, wenn man glaubt, die Handlung vorauszuahnen. Klischeefrei, komplex und fesselnd bis zur letzten Seite.« Theresa Hübner WDR
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