Habseligkeiten. Eine Geschichte der Menschheit vom Faustkeil bis zum Smartphone

Vom Ansammeln und Ausmisten - ein amüsantes Sachbuch
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte der Menschheit als Materialkultur erzählt.
Wie wurde der Homo sapiens zum "Homo kramensis", einer Spezies, die sich über Dinge definiert? So könnte man die Leitfrage des Anthropologen Chip Colwell zusammenfassen. Sein Werk gliedert sich in drei Großkapitel. Zunächst, wie es zur Herstellung der ersten Werkzeuge in der Altsteinzeit kam. Dann die Zuweisung einer Bedeutung: Objekte wurden zusätzlich symbolisch zu Kunst, Religion, Besitz. Und am Ende das "Immer mehr": die Massenfertigung, die Konsumgesellschaft mit ihren Abfallbergen und der Umweltbelastung. Colwell endet mit konkreten Vorschlägen, wie jeder Einzelne sein Verhältnis zu Dingen ändern kann, um nicht am Überfluss zu ersticken. Die Idee, die Geschichte der Menschheit als Materialkultur zu erzählen, ist pfiffig und ansprechend umgesetzt, gerade weil sie nicht moralinsauer daherkommt. Archäologie, Anthropologie, Umweltgeschichte und Konsumgesellschaft werden auf kreative Weise verknüpft. Der Bogen vom frühen Werkzeuggebrauch bis zur heutigen Wegwerfgesellschaft macht deutlich, wie tief verwurzelt unser Verhältnis zu persönlichem Besitz ist. – Das Buch bleibt auf jeder Seite leicht lesbar, komplexe Zusammenhänge werden verständlich vermittelt. Die Verknüpfung von persönlichen Anekdoten (z. B. Colwells eigener Versuch, seine Habseligkeiten zu reduzieren) mit dem nüchternen Blick des Wissenschaftlers verleiht dem Buch zugleich Glaubwürdigkeit und Charme. Leser mit Interesse an prähistorischen Zusammenhängen dürften viel Neues erfahren; hier punktet der Anthropologe. Wohingegen die Konsumkritik unserer Tage keine Aha-Aspekte bereithält. Mal eine andere Erzählung zu einem bekannten Menschheitsproblem. Für alle Bestände geeignet.
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Artikelbeschreibung

Wie Dinge unser Leben prägen

Wir haben zu viel Zeug, das wissen wir nicht erst seit Marie Kondo. Aber wie kam es eigentlich dazu? In der Steinzeit war noch jeder Gegenstand einzigartig und lebenswichtig - doch spätestens seitdem die Massenproduktion erfunden wurde, können wir uns vor unseren Dingen (und unserem Müll) kaum noch retten.
Chip Colwell erzählt von unserem zwiespältigen Verhältnis zu unserem Hab und Gut - und versucht sich selbst am Ausmisten.

Produktsicherheit

Hersteller: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH
Anschrift: Siemensstr. 32
DE-71254 Ditzingen
Kontakt: info@reclam.de

Personeninformation

Chip Colwell, geb. 1975, ist Anthropologe und Herausgeber des Onlinemagazins Sapiens. Er war langjähriger Kurator am Denver Museum of Nature & Science und hat zahlreiche preisgekrönte Bücher verfasst. Holger Hanowell, geb. 1969, ist freier Übersetzer von historischen Romanen, Sachbüchern und Belletristik.

Pressestimmen

»Colwell schreibt unterhaltsam eine klassische Big History im Stile des Bestsellerautors Yuval Noah Harari [...].« WELT am Sonntag
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