Spannungsfelder

Spannungsfelder – Dr. Josef Schuster, Ahmad Mansour und
Prof. Dr. Michael Wolffsohn im Sankt Michaelsbund
München, 20. November 2025
Am 18. November 2025 waren der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster und der Publizist Ahmad Mansour für ein Podiumsgespräch über ihr Debattenbuch „Spannungsfelder. Leben in Deutschland“ im Sankt Michaelsbund, moderiert vom Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn.
Im Zentrum des Gespräches stand die Frage, wie sich das Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen in Deutschland heute und in Zukunft gestalten kann. Die Erfahrungen zunehmender Radikalisierung und steigenden Antisemitismus‘, besonders seit dem 7. Oktober 2023, prägten das Gespräch: „Langfristig haben Juden und weltoffene Muslime wie Ahmad Mansour weder in Deutschland noch in Europa und auch nicht in den USA eine Zukunft“, so die bewusst provokante Eingangsthese von Prof. Dr. Michael Wolffsohn, der beide Diskutanten zustimmen mussten.
„Wir leben in einer Welt der Echokammern. Menschen zeigen oft nur Empathie für die Seite, die in ihr Weltbild passt“, fasste auch Ahmad Mansour die aktuelle Lage zusammen, äußerte aber gleichzeitig seine Hoffnung auf einen möglichen Umschwung: „Ich glaube, dass solche dramatischen Zeiten hoffentlich eine Chance mit sich bringen, dass viele Leute anfangen darüber nachzudenken, ob man neue Wege gehen muss und diese neuen Wege können nur Frieden und Versöhnung sein.“
Diese könne nur auf der Grundlage eines faktenbasierten Dialogs geschehen, zeigte sich Dr. Josef Schuster überzeugt: „Ich sage immer, gegen Antisemitismus gibt es drei Mittel: Bildung, Bildung und noch mal Bildung. Das ist, worauf ich baue: Dass es gelingt, gerade die junge Generation bildungsmäßig voranzubringen, und zwar auf beiden Seiten voranzubringen, um dadurch Vorurteile und Hemmnisse abzubauen.“
In diesem Prozess sind öffentliche Büchereien wesentliche Bausteine, denn sie garantieren nicht nur Medienkompetenz und Bildung in der gesellschaftlichen Breite, sondern schaffen auch Räume der Begegnung. „Aus diesem Grund haben wir im Sankt Michaelsbund das Projekt Begegnung und Dialog in Buch- und Medienwelten ins Leben gerufen, mit dem wir in unseren Tätigkeitsfeldern, also auf der Ebene der literarischen Auseinandersetzung, Räume des Dialogs zwischen Juden und Nicht-Juden schaffen möchten“, resümierte Dr. Claudia Maria Pecher, die Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung im Sankt Michaelsbund.
"Begegnung und Dialog" ist ein Projekt des Michaelsbundes gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Shalom und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit München, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.
Pressekontakt
Maximilian Mihatsch
m.mihatsch@michaelsbund.de
Foto: v.l.n.r.: Stefan Eß, Geschäftsführender Direktor Sankt Michaelsbund, Dr. Claudia Maria Pecher, Leiterin Landesfachstelle für Büchereien und Bildung, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Ahmad Mansour
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