Büchereien sind Publikumsmagnete, Trendsetter und Boomer

Entleihungen deutlich gestiegen – Genauso die Zahl der Ehrenamtlichen und … Besucherrekord!

München, 17. April 2025 – „In allen relevanten Kennzahlen konnten die Büchereien des Sankt Michaelsbundes in Bayern deutliche Steigerungen zu den Vorjahren erzielen“, freut sich die Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung beim Sankt Michaelsbund, Dr. Claudia Maria Pecher. Zu den Kennzahlen zählt der Anstieg auf über 14,5 Mio. Entleihungen und auch der Rekord von über 5,1 Mio. Besuchen. Der Vergleich zu den Besuchszahlen der bayerischen Theater (2,5 Mio., Spielzeit 2022/23) oder Museen (2023: 3,6 Mio.) zeigt, dass die vielen bayerischen Büchereien – Bayern hat die meisten in Deutschland – absolute Publikumsmagnete sind. 2024 fanden dort 25.189 Veranstaltungen statt, das waren 18 Prozent mehr als 2023.

Rund 1.000 Büchereien des Sankt Michaelsbund haben in diesem Jahr wieder ihre Zahlen für die Büchereistatistik 2024 abgegeben. Die jährlichen Auswertungen rund um Medienbestand, Entleihungen, Benutzer und Veranstaltungen sind wichtige Kennzahlen, sowohl für die einzelne Bücherei als auch in der Gesamtschau aller Büchereien im Vergleich mit den Vorjahreswerten.

Wichtiges Ergebnis dabei: Vor allem in kleinen und mittleren Gemeinden und Städten wird die Büchereiarbeit von Ehrenamtlichen geleistet. Über 95 Prozent der inzwischen fast 12.000 (2023: 11.606) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Büchereien des Sankt Michaelsbund sind ehrenamtlich tätig. Dieses Ehrenamt sichert mit die bayerische Bildungsarbeit und sorgt für Chancengleichheit und Teilhabe. Würden die Ehrenamtlichen für ihre Arbeit den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde erhalten, wäre diese über 11,7 Mio. Euro pro Jahr wert. Zusammen mit den neben- und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgen sie für ein breites Angebot für die Menschen in ihrem Umfeld. Die Wochenarbeitsstunden aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind 2024 auf über 25.670 Stunden (2023: 23.904) angestiegen. Um ihre Arbeit weiterhin professionell durchzuführen, bilden sich die Büchereiteams regelmäßig fort: 2024 wurden über 28.500 Stunden für Fortbildungen aufgewendet. Claudia Maria Pecher ist sich sicher: „Speziell in der Förderung der Lesekompetenz sind Büchereien die wichtigsten Unterstützerinnen von Schulen und Familien.“

Noch ein Boom: Das große Engagement der Büchereien kann man auch an der Beteiligung bayerischer Büchereien neulich bei der „Nacht der Bibliotheken“ (4. April) ablesen. Dort waren sie Spitzenreiter in Deutschland bei den angebotenen Veranstaltungen und Aktionen. Aus Bayern hatten 426 Büchereien teilgenommen.

Das breite Portfolio der Büchereien wird dabei auch durch zusätzliche Angebote wie Bücherdienste und soziale Büchereiarbeit und vielfältige Kooperationen verstärkt, die ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr anstiegen. Von den 5.130 Netzwerkpartnern in der jeweiligen Umgebung der Büchereien entfielen über die Hälfte (2.993) auf Bildungseinrichtungen für jedes Alter (Kita, Schule, FH/Uni, Volkshochschule). Weitere Kooperationspartner sind kirchliche und kommunale Einrichtungen, Vereine und der Einzelhandel. Ein Trend zeigt sich: Neben Schule und Kita sind gerade im ländlichen Raum Büchereien und ihre Netzwerke wichtige Säulen der Bildungsarbeit. Büchereien sind dabei auch Orte der Partizipation, und es werden Werte gelebt. Das sei eine regelrechte Schule für die Demokratie, meint Dr. Pecher. Aber auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz, Leute treffen, unterhalten und Kaffeetrinken, in der großen Auswahl an Zeitungen blättern. Kurzum: Die Bücherei, ein beliebter Treffpunkt, ein kultureller Ort, speziell auf dem Land, und DER Netzwerker vor Ort.


Die Büchereistatistik 2024 zeigt, wie unverzichtbar die Büchereien für die Bildungs- und Kulturlandschaft sind. Dies ist der engagierten Arbeit der Büchereiteams zu verdanken, die dafür aber auch die notwendige Unterstützung durch die Büchereiträger benötigen. Claudia Maria Pecher betont: „Es gibt keinen Ort, der so erfolgreich agiert und so positive Zahlen aufzuweisen hat, der aber trotzdem in der öffentlichen Wahrnehmung immer wieder unter dem Radar bleibt.“ Wünschenswert wäre daher, so Pecher, dass die Büchereiarbeit durch Stabilisierung der Medienetats, durch Renovierung der Räumlichkeiten und durch Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert wird.


Pressekontakt:
Maximilian Mihatsch
Bildungsreferent
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m.mihatsch@michaelsbund.de


Der Sankt Michaelsbund ist das katholische Medienhaus in der Erzdiözese München und Freising und für die Kirche in Bayern.
Mit dem Magazin [inne]halten und seiner Radio-, Fernseh- und Onlineredaktion erreicht er jede Woche bis zu zwei Millionen Menschen. Als ältester bayerischer Büchereiverband (gegründet 1901) begleitet er über 1.000 kirchliche und kommunale Büchereien in ihrer Bildungsarbeit. Er publiziert Bücher, unterstützt kirchliche Einrichtungen mit individuellen Medien-Dienstleistungen und bietet in der Buchhandlung Michaelsbund in der Münchner Innenstadt und dem dazugehörigen Online-Shop eine große Auswahl an Büchern und Geschenken an.