Reisewarnung
03.09.2025

Leben nach Dutertes blutigem Drogenkrieg

Um die Philippinen geht es in diesem Jahr besonders bei missio München. Denn die sind das Schwerpunktland im Weltmissionsmonat Oktober. Fünf Gäste sind dann in Bayern unterwegs und erzählen von ihrer Arbeit. Diese Gäste haben missio-Redakteurin Steffi Seyferth und meine Kollegin Brigitte Strauß auf den Philippinen besucht. In den nächsten Wochen berichten sie im Podcast und im MKR von ihren Erlebnissen. 

Im ersten Teil geht es in den Stadtteil Payatas im Großraum Manila. Dort leben die Menschen vor allem vom Müll. Sie sammeln die verwertbaren Dinge ein und verkaufen sie an Recyclingunternehmen. Dafür bekommen sie ein paar Pesos, von denen sie so gerade eben leben können. Drogen sind weit verbreitet. 

Hinrichtung vor den Augen der Kinder

Ex-Präsident Rodrigo Duterte hatte den Drogen den Kampf angesagt – aber nicht, indem er die Drogenbosse aus dem Verkehr gezogen hat, sondern, indem er Abhängige, Boten und Kleindealer umbringen ließ – oft vor den Augen ihrer Kinder. 
30.000 Menschen sind so gestorben. 
Die Hinterbliebenen sind bis heute traumatisiert und verängstigt. Die Nachbarn haben nicht mehr mit ihnen geredet, weil sie Angst hatten, die nächsten zu sein. Es blieb keine Zeit für Trauer, weil die Mütter funktionieren und irgendwie etwas zu Essen für die Kinder besorgen mussten. 

Ordensleute organisieren Hilfe 

Mit diesen Familien haben die Vinzentiner in Payatas Kontakt aufgenommen. In der Pfarrei arbeiten Psychologen mit den Kindern und Frauen, es gibt ein Projekt, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen können und es gibt Stipendien für die Kinder. Diese Familien konnten eine Perspektive entwickeln und fühlen sie sich dort gut aufgehoben, weil sie alle ähnliche Schicksale haben. 
Von den Kindern wollen übrigens sehr viele Anwälte werden. Denn sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn Ungerechtigkeit herrscht.

Ex-Präsident im Gefängnis

Gegen die großen Drogendealer hat Duterte nichts unternommen. Die verdienen weiter viel Geld und das Problem ist kein bisschen kleiner geworden. 

Der Ex-Präsident sitzt derzeit im Gefängnis in Den Haag und wartet auf seinen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Den Witwen, Waisen und auch Müttern bedeutet das sehr viel. Denn sie sind jetzt nicht mehr Angehörige von Kleinkriminellen aus dem Drogenmilieu, sondern von Mordopfern, denen ein schlimmes Unrecht angetan wurde.  

In den weiteren Folgen über die Philippinen geht es 
-    um eine katholische Organisation, die seit mehr als 50 Jahren Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, 
-    um Ordensschwestern, die mehrere Kinderheime leiten, wo Mädchen neuen Lebensmut finden, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind und 
-    um den Schutz der Rechte indigener Gemeinschaften auf der Insel Mindanao, denen Großinvestoren ihr Land rauben wollen, weil es dort die lukrativsten Gold- und Kupfervorkommen Südostasiens gibt. 

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