50 Jahre Kolping Bildungswerk: Zweite Chance für benachteiligte Jugendliche
Das Schuljahr ist zu Ende - für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet das gute Noten und glückliche Eltern. Doch nicht alle Kinder können auf Unterstützung zu Hause zählen. Wenn Eltern aus unterschiedlichen Gründen nicht helfen können oder wollen, springen Einrichtungen wie das Kolping Bildungswerk ein. Seit 50 Jahren engagiert sich die Organisation für Jugendliche mit Förderbedarf in Oberbayern.
Ein Leuchtturmprojekt ist das Kolping Ausbildungshotel Sankt Theresia in München. Dort erhalten junge Menschen, die sich auf dem ersten Arbeitsmarkt schwertun, eine zweite Chance – mit einer fundierten Ausbildung in der Gastronomie.
„Kein Azubi darf verloren gehen – dieses Ziel treibt uns an. Ich erlebe seit 17 Jahren, wie unsere Mitarbeitenden mit Freude und Begeisterung dabei sind, weil sie wissen: Ihre Arbeit macht Sinn",
sagt Katrin Raps, Vorständin im Kolping Bildungswerk.
Ausbildung mit IHK-Abschluss und Erfolgsquote von 90 Prozent
Die Jugendlichen werden in den Bereichen Küche und Service ausgebildet – und schließen ihre Lehre wie alle anderen mit einem IHK-Abschluss ab. Das Konzept zeigt Erfolg: Rund 90 Prozent der Auszubildenden bestehen ihre Prüfung und starten ins Berufsleben.
Für Katrin Raps ist klar, wem dieser Erfolg zu verdanken ist: den engagierten Ausbilderinnen und Ausbildern, die oft auch über schwierige Phasen hinweg an den Jugendlichen drangeblieben sind.
„Die schönsten Erfolge sind, wenn ehemalige Auszubildende nach Jahren wiederkommen und sagen: Danke, dass Sie so hartnäckig waren. Dank Ihnen habe ich heute einen Beruf und eine Familie.“
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Trotz der finanziellen Herausforderungen blickt Raps optimistisch in die Zukunft. Der Fokus im Kolping Bildungswerk liege darauf, bestehende Angebote zu sichern und gezielt dort auszubauen, wo der Bedarf am größten ist – etwa im Jugendwohnen oder in weiteren Regionen Oberbayerns.



