
Artikelbeschreibung
'Einem Bedürfnis nach Reinigung nachgehend' (Paul Valéry), geht Dine Petrik in die Pariser Bohème zurück, in das fin de siécle um 1880, in die Bildhauerei - und zur patriarchalen Leitfigur 'Mann'. Beispielhaft ist in dieser Zeit die Figur der jungen Bildhauerin Camille Claudel, aufregend, intelligent, hochbegabt, wenn auch nach einigen Dutzend Jahren psychisch verunsichert und irritiert durch ihren Mentor und Liebhaber Auguste Rodin. Nach der Beziehung zerstört, folgt durch ihren Bruder Paul eine Internierung in eine Anstalt. Camille Claudel stirbt elend im Alter von 73 Jahren während des Zweiten Weltkriegs in diesem 'Sterbehaus', in das sie nie gehört hatte. Dine Petrik schlägt in Camille Claudel zahlreiche historisch bekannte wie auch etliche noch wenig bekannte Wiener Kapitel auf. Im Buch begegnen uns Persönlichkeiten wie Victor Hugo, Honoré de Balzac oder Claude Debussy. Später folgen Namen wie Berta Zuckerkandl, Alma und Gustav Mahler oder Rainer Maria Rilke. Camille Claudels Geschichte führt uns von Paris nach Wien, u.a. ins Obere Belvedere, das Wien Museum und die Wiener Secession. Genau recherchierte Bilder und Metaphern werden darin aufgegriffen und literarisch festgehalten, denn das Fiktive ist wichtig, um diese Geschichte schreiben zu können, 'aber alles ist wahr'.
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