Anton Bruckner & Sankt Florian

Wie alles begann
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Buchprofile - Rezension
Wie und wo für Anton Bruckner (1824-1896) alles begann und alles endete.
Bruckners erster Wirkungsort und seine letzte Ruhestätte, das oberösterreichische Stift St. Florian, hat sich zur Feier des 200. Geburtstags seines weltberühmten Sohnes herausgeputzt, erneuert und modernisiert. Dokumentarischer Schmuckstein: dieses besonders die Anfänge des Lebens und Wirkens des großen katholischen Lehrer-Komponisten schildernde Buch, das einen "neuen, strikt quellenorientierten Zugang zu einer einzigartigen Künstlergeschichte" ermöglicht. Würdevoll und mit teilweise bisher unbekanntem Archivmaterial versehen, kommt der keine Wünsche für Auge und Hirn offenlassende Band daher (nur leider ohne Zeittafel und CD). Die Autoren verzichten nicht ganz auf Anekdotisches, verarbeiten kritisch Legendäres und gehen dem in St. Florian begonnenen und dann auch (nach Linzer und Wiener Jahren) beendeten Leben einer weit über die Grenzen Österreichs anerkannten Musiker- und Tonsetzer-Persönlichkeit der Spätromantik akribisch nach. Der gewichtige, leserfreundlich gestaltete Band legt besonderen Wert auf die Anfänge des Genies im Stift St. Florian, "einem Ort von Welt". Ein Kapitel ist der Beziehung der Bruckner-Brüder Anton und Ignaz gewidmet. Die Bebilderung des Bandes, wozu zahlreiche Dokumente, Noten, Briefe und Urkunden zählen, ist nicht weniger attraktiv als der das Buch abschließende Katalog, der es zum Begleiter der Jubiläums-Schau im neu gestalteten Bruckner-Museum erhebt. – Größeren Beständen sei dieser Band sehr empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Zumeist ist der Blick der Öffentlichkeit auf die zweite Lebenshälfte Anton Bruckners gerichtet, auf die großen Messen und Sinfonien der Linzer und Wiener Zeit.Deshalb werden in diesem Band erstmals die frühen Jahre des Komponisten umfassend behandelt. International renommierte Forscher:innen fördern eine Erkenntnisfülle aus jener St. Florianer Welt zutage, in die der Dreizehnjährige nach dem frühen Tod des Vaters als Sängerknabe kommt. Das Stift ist entgegen landläufiger Annahme ein Hort aufgeklärter Kultur und Wissenschaft und bleibt prägend für Bruckners weiteres Leben. Man erfährt ihn als Lehrer und Organisten, sieht seine konflikthafte Entwicklung zum Musiker, nimmt Anteil an den kompositorischen Studien und ersten Kompositionen sowie an den zahlreichen Urlauben im Stift. Und findet sich schließlich vor seinem Grabmal.Der Band repräsentiert den neuesten Stand der Wissenschaft, ergänzt um überaus kostbares Bildmaterial: zeitgenössische Ansichten der Orte, Fotografien von Bruckners Zeitgenossen, eigenhändige Partituren und Briefe Bruckners, Hefte des Schülers und Lehrers sowie viele weitere sprechende Dokumente aus dem Stiftsarchiv.Alles in allem: ein unentbehrliches Buch für die unzähligen Menschen, die sich für Anton Bruckner und seine Zeit interessieren.

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Personeninformation

Friedrich Buchmayr, geboren 1959 in Linz. Seit 1987 Bibliothekar in der Stiftsbibliothek St. Florian. Veröffentlichungen u. a.: "Der Priester in Almas Salon" (2003), "Madame Strindberg oder die Faszination der Boheme" (2011), "Mensch Bruckner! Der Komponist und die Frauen" (2019) im Müry Salzmann Verlag. Felix Diergarten, geboren 1980, ist studierter Musiker, promovierter Musiktheoretiker und habilitierter Musikwissenschaftler. Nach Professuren an der Schola Cantorum Basiliensis und der Hochschule für Musik Freiburg lehrt er heute an der Musikhochschule Luzern. Diverse Veröffentlichungen, zuletzt "Anton Bruckner: Das geistliche Werk" (2023) im Müry Salzmann Verlag.

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