Senden

Eine nostalgische Bilderreise in die 50er- bis 90er-Jahre
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Bayern im Buch-Rezension
Gelungene Zeitreise in die Geschichte einer Stadt im bayerischen Mittelschwaben.
Die kleine Stadt Senden im Landkreis Neu-Ulm ist nicht ortsansässigen Menschen wahrscheinlich nur als Standort des "größten Möbelhauses Europas" bekannt. 1975 zur Stadt erhoben bieten die Autorinnen - beide als Archivarinnen tätig – in diesem Band eine Auswahl von rund 150 Bildern aus den Beständen des Stadtarchivs Senden zur Entwicklung des Ortes zwischen ca. 1950 und ca. 1995. Wie viele Orte in Bayern und Deutschland entwickelte sich Senden in diesen rund 50 Jahren von einer ländlich geprägten Siedlung mit Bahnanschluss und einzelnen kleinen Betrieben zu einer städtisch geprägten Wohnstadt. Bereits ein Blick auf die beiden Luftbilder von 1933 und 2024 (beide zeitliche Ausreißer im Band) zeigen, dass sich bis auf das im Zentrum stehende Kirchengebäude nahezu alles verändert hat. Durch eine kluge Bildauswahl werden diese Veränderungen anschaulich nachvollzogen. Für den Betrachter und Leser zieht so das ganze kleinstädtische Panorama der alten Bundesrepublik vorüber. Trotz des kleinen Formats von Band und Abbildungen kann man sich dabei vortrefflich in die Fotografien vertiefen und so manches interessantes Detail entdecken. Die Bildunterschriften beschränken sich weitgehend auf das Nötigste, in vielen Fällen ist es von Vorteil, die Örtlichkeiten zu kennen, insbesondere bei den Fotografien, die Ereignisse und Persönlichkeiten zeigen. Gerne hätte man mehr Gegenüberstellungen im Sinne "einst-jetzt" gesehen, insbesondere, wie die Örtlichkeiten aktuell aussehen. Der Stadtkern von Senden scheint außerdem etwas überrepräsentiert zu sein, dies mag aber auch einfach mit dem Überlieferungszufall solcher Bildersammlungen zusammenhängen. Auch über Veränderungen in den Kirchengebäuden - ansonsten ja (fast) die einzigen Konstanten der Stadtgestalt - hätte man gern mehr gewusst, etwa im Zusammenhang mit den Reformen des II. Vatikanischen Konzils. Dies sind aber nur Kleinigkeiten, grundsätzlich liegt ein solider Bildband vor, der sich vor allem an die Menschen in Senden selbst richtet, aber auch Menschen, die allgemein an Alltags- und Kulturgeschichte interessiert sind, reichlich (Bild-)Material bieten kann.
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Artikelbeschreibung

Monika Kolb und Melanie Harris präsentieren in diesem liebevoll zusammengestellten Band rund 150 faszinierende historische Aufnahmen, die zu einer kurzweiligen und bewegenden Reise durch Senden in den goldenen Jahren der alten Bundesrepublik einladen. Dieser Band weckt unzählige Erinnerungen und ist ein Muss für alle Bewohner und Freunde der schwäbischen Stadt.

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Personeninformation

Die Kulturwissenschaftlerin Monika Kolb wurde in Heilbronn geboren. Seit 2004 leitet sie das Kreisarchiv in Schwäbisch Hall. Sie hat bereits zahlreiche Texte zur Regionalgeschichte veröffentlicht und engagiert sich in mehreren Geschichtsvereinen, u. a. in der Geschichtswerkstatt Förderverein für Stadt- und Kreisarchiv Schwäbisch Hall. Melanie Harris ist gebürtige Sendenerin und lebt gemeinsam mit ihrer Familie in ihrer Heimatstadt, mit der sie sich sehr verbunden fühlt. Die gelernte Bauzeichnerin kümmert sich seit 2023 um die Dokumente und Fundstücke im städtischen Archiv.
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