Die Sendlinger Straße

Spiegel Münchner Stadtgeschichte
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Bayern im Buch-Rezension
Eine zentrale Straße als Spiegel der Münchner Stadtgeschichte.
Bisher stand als ein Symbol für München die Maximilianstraße im Boulevard-Focus, so wie die Kö für Düsseldorf oder der Ku-Damm für Berlin. Wobei alle drei Avenuen eher dem oberflächlichen Zeitgeist Tribut zollen, langlebig verbürgte Stadtgeschichte an einer einzelnen Straße festzumachen verlangt dagegen einen genaueren Blick. Im Fall von München hat Werner Ebnet diese Herausforderung angenommen, und das gleich über ein paar Jahrhunderte. Der ausgewiesene München-Kenner erklärt und belegt auf überzeugende Weise, wie die Sendlinger Straße immer schon mehr als nur eine südwestliche Ausfallstraße war; wichtig für den Handel Richtung Allgäu und das Lustwandeln Richtung Würmsee. Und das macht er intensiv und mit großer Akribie von der Hausnummer 1, die Teile des imponierenden Ruffinihauses umfasst, bis zur Hausnummer 62, früher mal „Zum Thorbäcker“, mit seiner prächtigen Stuckfassade. Ausführlich dokumentiert er zu jedem Haus sowohl die Baugeschichte, die häufig eine Wiederaufbau-Geschichte ist, als auch die Geschichte der wechselnden Besitzer und Ladeninhaber bis heute. Und weil die Sendlinger Straße über Jahrhunderte immer auch eine Einkehr- und Geschäftsstraße war, entsteht so auf überzeugende Weise eine Geschichte Münchner Lebensart, großbürgerlich, prachtverliebt, geschäftstüchtig und auch ein wenig fromm. Bei den Hausnummern 30 bis 34 findet der Münchner heute noch Gelegenheit für eine rasche Beichte, oder einen kurzen Moment der Ruhe und Besinnung in der Asamkirche, einem Meisterwerk des Spätbarocks. Das Buch ist üppig und sehr gekonnt bebildert, eine Liste von elf Highlights beschließt die Parade der unterschiedlichsten Bauten, wobei es sich lohnt, jede Hausnummer zu betreten. Zwar ist nicht jeder Bau spektakulär, doch die Details ergeben schließlich das Gesamtbild. Stadtgeschichte über das tägliche Leben in einzelnen Straßen zu erschließen, wirkt hier als Methode überzeugend.
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Artikelbeschreibung

Die Sendlinger Straße erzählt wie kaum ein anderer Ort Münchens Geschichte. Aus einer mittelalterlichen Ausfallstraße zum Dorf Sendling wurde im 13. Jahrhundert ein zentraler Teil der Altstadt. Zwischen Handwerk, Handel und Bürgerleben spiegelte sie den Wandel der Stadt.Architektonische Höhepunkte wie die barocke Asamkirche, das Asamhaus oder das Alte Hackerbräuhaus zeugen von künstlerischer und wirtschaftlicher Blüte. Kriegszerstörung und Wiederaufbau formten ihr heutiges Gesicht, in dem historische Fassaden und moderne Bauten nebeneinander bestehen.Heute ist die Sendlinger Straße eine lebendige Flaniermeile, in der sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen - ein kompaktes Geschichtsbuch Münchens im Herzen der Stadt, in Szene gesetzt in Wort und Bild von Werner Ebnet.

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