Geschichte einer Fälschung

Die Waldseemüller-Globensegmente in der Bayerischen Staatsbibliothek
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Bayern im Buch-Rezension
Spannende Dokumentation über die Hintergründe der Fälschung eines wertvollen Drucks von 1507.
Peinlich war der Bayerischen Staatsbibliothek die „Causa Waldseemüller“, als sie im Februar 2018 bekannt geben musste, dass der 1990 mit großzügiger Unterstützung zahlreicher Sponsoren für zwei Millionen DM angekaufte Einblattdruck vom Jahre 1507, auf dem zum ersten Mal der Name „America“ auftaucht, eine raffinierte Fälschung aus den 1950er-Jahren ist. Eingebettet in die Biografie und das Wirken Martin Waldseemüllers beschreibt der Autor hier die Entstehung und Bedeutung dieser 15 Jahre nach der Entdeckung Amerikas gedruckten Weltkarte und geht dabei ausführlich auf die ehemaligen Besitzer und die meist abenteuerlichen Wege der Verkäufe und Versteigerungen der drei Waldseemüller-Originale und der zwei Falsifikate ein. Vor allem verfolgt er natürlich die Umstände, wie es zu der Fälschung des Münchner Exemplars gekommen ist. Akribisch recherchiert und spannend geschrieben liest sich diese Dokumentation wie ein Krimi über die Verlockungen manch angesehener Restauratoren des großen finanziellen Gewinns wegen durch die täuschend ähnliche Herstellung von Duplikaten und die nicht immer seriöse Welt des internationalen Kunsthandels mit seinen, wie auch in diesem Fall, bisweilen zwielichtigen Aktivitäten.
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Artikelbeschreibung

1990 erwarb die Bayerische Staatsbibliothek für eine erhebliche Summe eine kleinformatige Weltkarte des Gelehrten Martin Waldseemüller aus dem Jahr 1507. Dieser 'Taufschein Amerikas' benannte zum ersten Mal den neuentdeckten Kontinent. Die Herkunft dieser Karte, eingebunden in eine Inkunabel von 1486, war durch eine Reihe von bekannten Vorbesitzern sehr gut belegt. 2017 sollte ein weiteres, erst seit Kurzem bekanntes Exemplar dieser Karte versteigert werden. Dabei stellte sich heraus, dass es sich sowohl bei der Karte der Bayerischen Staatsbibliothek als auch bei dem Neufund um Fälschungen handelt.Die Umstände, die zur Anfertigung dieser Fälschung führten, werden in diesem Band erstmals aufgearbeitet. Aktenfunde und materialwissenschaftliche Untersuchungen ergeben ein vollkommen neues Bild. Die Spur dieser trickreichen Herstellung führt in die 1950er-Jahre. Die Motive der Fälscher sind allzu menschlich - und werfen ein Schlaglicht auf den internationalen Kunsthandel. Spannend wie ein Krimi!

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