"HIER WOHNTE ..." - Schicksale und Biografien hinter den Stolpersteinen der Stadt Regensburg.

Erinnerungen an die Opfer des Nationalsozialismus
19,90 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Bayern im Buch-Rezension
Rund 300 Stolpersteine in Regensburg erzählen Geschichten.
Sie sind in vielen Städten zu finden, die Stolpersteine – und hinter jedem einzelnen verbirgt sich ein Schicksal, eine Biografie. Zumeist erinnern die Gedenksteine an jüdische Mitbürger, die im Dritten Reich deportiert wurden und zu Tode kamen. Nicht nur Religions-, sondern auch ethnische Zugehörigkeit wurde damals verfolgt und „geahndet“, ebenso Behinderung, Homosexualität und politische Orientierung. Sylvia Seifert ist Historikerin sowie Mitglied der Initiative „Stolpersteine Regensburg“, die sich seit ihrer Gründung 2007 zum Ziel gesetzt hat, alle Opfergruppen und möglichst viele Schicksale zu „erfassen“. Doch die Recherchearbeit ist oft nicht leicht, weil Datenschutz, ärztliche Schweigepflicht oder auch Vorbehalte von Hinterbliebenen zu berücksichtigen sind. Die erste Biografie befasst sich mit der jüdischen Familie Freising, Inhaberin eines Baustoffladens am zentralen Arnulfplatz und gut in die Regensburger Gesellschaft integriert. Nach unzähligen perfiden Schikanen bestiegen die Eheleute Freising mit zweien ihrer Kinder – Tochter Ruth konnte schon 1938 in die USA ausreisen – einen Zug Richtung Osten, wo sich ihre Spur schließlich verliert. Einen Fall von Euthanasie stellt das Verschwinden von Philomena Zankl dar, die im Rahmen der Aktion „T 4“ von der Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll in die Tötungsmaschinerie Linz-Hartheim verbracht wurde. Als Opfer politischen Widerstands zeichnet die Autorin die Biografie Max Massingers nach. Durch die Inflation verlor der ehemals wohlhabende Gastwirt seine Existenz und schlug sich und seine Familie als einfacher Arbeiter durch, der mit der SPD sympathisierte, ihr aber nicht angehörte. Trotzdem verhaftete man ihn und schaffte ihn ins KZ Flossenbürg. Auch das Schicksal der Sinti und Roma, Homosexueller und der ebenso sinnlose Tod von Michael Lottner werden thematisiert. Das ambitionierte Werk stellt einen wertvollen Beitrag zur Erinnerungskultur dar und ist für alle Bestände zu empfehlen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Mehr als 300 Stolpersteine erinnern in Regensburg an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden: aufgrund ihrer politischen oder ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, aufgrund geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen oder ihrer sexuellen Orientierung. Auch Menschen im Widerstand litten unter dem rigiden Unrechtsstaat der Nationalsozialisten. Exemplarisch werden in diesem Buch Einzel- und Familienschicksale vorgestellt sowie Überlebende interviewt. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente und Fotos ergänzen diese Erzählungen.

Produktsicherheit

Hersteller: Battenberg Bayerland Verlag
Anschrift: Pfälzer Straße 11
Regenstauf
DE
Kontakt: produkt@battenberg-bayerland.de

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.