Erinnerungen an die Shoah

28,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Schweigen, Verdrängung, Schuldbewusstsein, Aufarbeitung – eine eindrucksvolle, persönliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust.
Annick Cojean erhielt 1996 den renommiertesten Journalistenpreis Frankreichs für eine Artikelserie, die sich mit der Judenverfolgung auseinandersetzte und in dieser Graphic Novel textlich, szenarisch und zeichnerisch hervorragend umgesetzt wurde. In Interviews, persönlich, telefonisch oder digital, öffneten sich Überlebende der Shoa, Nachkommen der Opfer und der damaligen Täter. Für viele gilt: "Reden heilt, aber nur, wenn jemand zuhört." (ein Zitat, das auch hier fälschlicherweise Einstein zugesprochen wird). Wunden, die durch Schweigen ob der erlebten Grausamkeiten, Ignoranz der Geschehnisse oder durch Scham über eigene Verbrechen bzw. die von Familienangehörigen entstanden, können nicht geheilt, aber gelindert werden. In Artikel 4, "Der undenkbare Dialog", gehen Kinder von Opfern und Tätern, ja sogar ein Mitläufer selbst, aufeinander zu. Diese Gesprächsbereitschaft hat in den letzten Jahrzehnten zu einer tieferen Auseinandersetzung mit diesem schwarzen Kapitel unserer Geschichte geführt. Vorträge von Zeitzeugen, Recherche in verfügbaren analogen und digitalen Dokumenten, Spurensuche im eigenen heimatlichen Umfeld – all das soll dazu beitragen, Bewusstsein zu schärfen, Intoleranz und Ungerechtigkeit zu vermeiden. Eine äußerst gelungene Arbeit über Wurzeln, Erblast, Zwänge und Freiheit, besonders gut auch durch das immer wiederkehrende Motiv des Waldes umgesetzt. Auf das Wesentliche reduziert, unterstreichen die Illustrationen in ihrer je nach Szenario unterschiedlichen Farbgebung den Text. Hintergrundinformationen zu Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung der Shoa befassen, sowie zur Autorin selbst und Erinnerungen eines Opfers runden das positive Bild ab. Für jeden Bestand sehr zu empfehlen, besonders auch als Unterrichtsgrundlage.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

1995. Die große Reporterin der Zeitung Le Monde, Annick Cojean, beginnt anlässlich des 50. Jahrestags der Befreiung der Konzentrationslager eine Serie von fünf Artikeln über Erinnerungen an die Shoah und spricht mit Überlebenden, die lange Zeit geschwiegen haben oder denen nicht zugehört wurde, aber auch mit Kindern von Nazis über ihre Bürde, «schuldig geboren» zu sein. Erinnerungen an die Shoah berichtet über das Schweigen, das Vermächtnis und das Weitergeben, aber auch über die erschütternden Begegnungen zwischen den Kindern der Täter und den Kindern der Opfer. Für diese Texte erhielt Annick Cojean 1996 den Prix Albert Londres, den renommiertesten Journalistenpreis Frankreichs. Diese heute nach wie vor aktuellen und wichtigen Erinnerungen wurden von Théa Rojzman (Szenario) und Tamia Baudouin (Illustrationen) mit Kraft, Poesie und Subtilität neu interpretiert.

Produktsicherheit

Hersteller: Bahoe Books
Anschrift: Fischerstiege 4-8/2/3
AT-1010 Wien
Kontakt: info@bahoebooks.net

Personeninformation

Annick Cojean, geboren 1957 in Brest, französische Journalistin, arbeitet für die Pariser Zeitung Le Monde sowie für das Fernsehen. Tamia Baudouin, geboren 1989, ist eine in Japan lebende französische Künstlerin, zahlreiche Veröffentlichungen bei renommierten Verlagen. Théa Rojzman, geboren 1974, wurde nach ihrem Philosophiestudium und einer Ausbildung zur Psychotherapeutin Szenaristin und Zeichnerin von Graphic Novels und hat mittlerweile ein umfangreiches Werk vorgelegt.
Mehr von Cojean, Annick; Baudouin, Tamia; Rojzman, Théa

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.