"Saal war das schlimmste Lager!"

Ehemalige Häftlinge des KZ-Außenlagers Saal a.d.Donau berichten
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Bayern im Buch-Rezension
Eine Gemeinde im Landkreis Kelheim stellt sich ihrer Geschichte.
„Ich war in zehn Lagern, aber Saal war das schlimmste. Ich habe nicht gedacht, dass es so ein Lager gibt.“ Diese Aussage Jakob Haiblums, der vom 15.02. bis 20.04.1945 als Häftling in Saal a.d. Donau, einem der 90 Außenlager des KZ Flossenbürg, unter den menschenunwürdigsten Bedingungen dem SS-Wachpersonal ausgeliefert war, verdeutlicht, dass gerade in den erst in den letzten Jahrzehnten erforschten und dokumentierten Außenlagern Menschen gedemütigt, brutal gefoltert und bestialisch ermordet wurden. Diese Erkenntnis im Gedächtnis gegenwärtiger und kommender Generationen zu verankern und als mahnende Erinnerung wachzuhalten, ist die Intention dieser Publikation, in deren Mittelpunkt die Berichte ehemaliger Häftlinge stehen, die in mehreren Interviews zustande kamen und durch private sowie offizielle Dokumente erweitert wurden. Am intensivsten berichtet Jakob Haiblum (1926 – 2025) von seiner Zeit im Ghetto, von der Deportation und Ermordung seiner Eltern und seiner drei kleinen Schwestern, seiner Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik und seiner Deportation nach Auschwitz. Auf einem Todesmarsch, bedingt durch das Vorrücken der Roten Armee, gelangten die geschwächten Männer nach Flossenbürg, von wo sie am 15.02.1945 nach Saal a.d. Donau „überstellt“ wurden, wo katastrophale Lebensbedingungen herrschten: sie hausten anfangs in Erdhöhlen, erhielten kaum Nahrung und mussten Schwerstarbeit leisten, bewacht und drangsaliert von SS-Leuten unter dem Kommando eines Konrad Maier, der in der Nachkriegszeit angeklagt, aber aufgrund fehlender Beweise freigesprochen wurde. Neben den erschütternden Berichten der ehemaligen Häftlinge informiert die Dokumentation auch über Zwangsarbeit und Terror in den Außenlagern, speziell in Saal, sowie über die ehemals zögerliche Aufarbeitung vor Ort. - Allgemein sehr zu empfehlen, insbesondere im regionalen Umfeld!
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Artikelbeschreibung

"Ich war in zehn Lagern, aber Saal war das schlimmste. Ich habe nicht gedacht, dass es so ein Lager gibt!" (Jakob Haiblum, Auschwitz-Überlebender aus Israel)Das KZ-Außenlager Saal a.d.Donau bestand vom 30. November 1944 bis zum 20. April 1945. Eingesetzt wurden die Häftlinge beim Bau von Stollen, in denen eine unterirdische Rüstungsproduktion geplant war. In mehreren Transporten wurden über 700 Häftlinge des KZ Flossenbürg nach Saal gebracht. Viele der bereits geschwächten Gefangenen verloren dort aufgrund der katastrophalen hygienischen Verhältnisse und der brutalen Arbeitsbedingungen ihr Leben oder wurden von der SS-Wachmannschaft ermordet.Thomas Muggenthaler skizziert nicht nur die weitgehend unbekannte Geschichte des Außenlagers, sondern zeichnet auch Biografien ehemaliger Häftlinge nach. Grundlage dafür sind Interviews, die er im Laufe der Jahre führte, so zum Beispiel mit Jakob Haiblum, der den Todesmarsch von Saal nach Dachau überlebte.

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Personeninformation

Thomas Muggenthaler studierte Politikwissenschaft und Soziologie. In seinen Büchern und Artikeln beschäftigt er sich vor allem mit der Zeit des Nationalsozialismus. Für den Bayerischen Rundfunk verfasste er zahlreiche Hörfunksendungen sowie Filme zu diesem Thema. Die Republik Polen verlieh ihm für seine Recherche zu polnischen Zwangsarbeitern die Ehrenmedaille "Bene merito". Thomas Muggenthaler wurde zweimal mit dem Deutsch-Tschechischen Journalistenpreis und 2015 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2024 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Er lebt und arbeitet in Regensburg.
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