Mit dem Leben davongekommen

Exil und Neuanfang. Bayerisch-jüdische Lebenswege
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Bayern im Buch-Rezension
Zeugnisse und Reportagen zur unseligen Leidensgeschichte jüdischer Mitbürger im sog. Dritten Reich.
Streng geschichtsbewusst und doch anhand vieler Interviews und Lebensbilder der Betroffenen ganz authentisch nahe behandelt dieses gelungene Sachbuch eingehend die „typischen“ Schicksale jüdischer Familien in Bayern während und nach der Shoah. Der Autor stammt aus dem Raum Weiden/Regensburg, und so sind seine Quellen bei der Erforschung und Aufzeichnung von 34 meist ungewöhnlichen Überlebens-Geschichten die Archive der Oberpfalz, der Stiftung der jüdischer Gemeinde Regensburg u.a. Donaustädte, aber auch Münchens, sowie Feldforschung unter den Lebenden. Dies Sammelwerk zur Zeitgeschichte ist logisch gegliedert in sechs geografisch bestimmte Sektionen: einmal nach den Zufluchts-Orten der Überlebenden, einschließlich der teilweise oder wieder ganz Zurückgekehrten in die alte Heimat – zum anderen nach dem zwiespältigen Verhältnis zu Deutschland als „Land der Täter“ nach dem Holocaust: distanziert oder versöhnlich (auch aus Heimweh), durch einen Neuanfang in der alten Heimat. Viele der befragten Deutsch-Juden sind sehr alt geworden – entsprechend reichhaltig und bitter-dramatisch ihr Schicksal als davongekommene Migranten, deren kulturelle Wiege aber Deutschland geblieben ist. Besonders beeindruckend wirkt der vielseitige Lebensbericht von Uri Siegel zum Schluss. Auch die Vielzahl illustrativer, sowohl historischer als auch aktueller Foto-Aufnahmen dieser 34 bairisch-jüdischen Bürger besticht an dieser gewichtigen Chronik. Solch ein bahnbrechendes Werk kann und soll ja auch als Quelle dienen für weitere Publikationen, als exemplarische Vorgeschichte für die neuen jüdischen Kultusgemeinden hierzulande. Der Stil ist persönlich gehalten, sehr konkret und nahegehend in der Darstellung so vieler ehemaliger oder zurückgekehrter Mitbürger, lebendig recherchiert, bestens geeignet zum Vor- und Nachlesen für die junge deutsche Generation.
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Artikelbeschreibung

"Ich habe ja Glück gehabt. Ich konnte emigrieren ..." (Hans Rosengold)Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 setzte die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Aus der Gesellschaft gedrängt, stellte sich für viele die Frage: Wohin gehen und wie neu anfangen?Seit Mitte der 1980er Jahre spürt der Journalist Thomas Muggenthaler bayerisch-jüdischen Schicksalen nach. Er führte Gespräche mit Emigranten in Israel, den USA und Argentinien, aber auch mit Shoah-Überlebenden, die nach ihrer Befreiung jüdisches Leben in Bayern wieder aufbauten. Facettenreich erzählen die 34 hier versammelten Geschichten von den Schwierigkeiten der Emigration, von Verlusten, von Brüchen in der Biografie, aber auch von Mut, Überlebenswillen und Neubeginn.

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