Ritchie Girl

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Buchprofile - Rezension
Vor 9 Jahren hat Paula Deutschland als Flüchtling verlassen müssen. Nun kehrt sie als Offizierin der US-Armee zurück und bringt Kriegsverbrecher vor Gericht.
Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 9 Jahre nach ihrer Flucht kehrt Paula Bloom als Besatzungsoffizierin der USA nach Deutschland zurück. Das Land ist zerstört, viele Sympathisanten des NS-Systems sind immer noch oder schon wieder im Amt, denn „das Leben geht weiter“. Paula hatte in Berlin ein großbürgerliches Leben genossen. Ihr Vater war US-amerikanischer Jude und Geschäftsmann und machte auch Geschäfte mit Nationalsozialisten, die auch Feste in seiner Villa besuchten. Kunst und Kultur wurden gepflegt, daher auch Paulas Liebe und Sachverstand zur Kunst. Als junges Mädchen hatte Otto Dix sie gemalt, das Gemälde ist allerdings in den Wirren der Flucht verlorengegangen. Nun soll Paula - ausgebildet im Camp Ritchie - im zerstörten Deutschland Spione enttarnen und Kriegsverbrecher vor Gericht bringen. In Nürnberg erlebt sie die Hinrichtung der Hauptangeklagten wie Rosenberg und von Ribbentrop. Paula muss sich allerdings auch eingestehen, dass etliche dieser Männer ein Jahrzehnt zuvor Gäste in ihrem Elternhaus und Geschäftspartner ihres Vaters waren. - Andreas Pflüger zeichnet ein äußerst facettenreiches Bild der ersten Nachkriegsjahre - zwischen dem Elend der deutschen Bevölkerung, dem Leben der alten Eliten und den US-amerikanischen Besatzern. In einem Nachwort spricht er von der jahrelangen Recherche und seinem Verständnis von historischen Fakten und Fiktion. Laura Maire sorgt mit ihrer ungekürzten Lesung für beinahe 16 Stunden Hörgenuss: Historische Unterhaltung mit sehr viel Niveau. Sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Am Schluss stehen wir alle vor uns selbst<BR><BR>Paula Bloom kehrt nach ihrer Ausbildung in Camp Ritchie, Maryland, als amerikanische Besatzungsoffizierin in ein zerstörtes und gebrochenes Deutschland zurück, das sie vor neun Jahren über Nacht verlassen hatte. Als Tochter eines amerikanischen Geschäftsmannes führte sie im Berlin der Nazizeit ein Leben im goldenen Käfig. Ein Leben, das eine Lüge war. Jetzt glaubt Paula, dass sie niemals vergeben kann. Nicht den Deutschen. Und nicht sich selbst.Während in Nürnberg über die Hauptkriegsverbrecher gerichtet wird, arbeitet man in einem Camp der U.S. Army nahe Frankfurt längst wieder mit Nazi-Tätern zusammen. Im Maschinenraum des Kalten Krieges haben Pragmatiker das Sagen, an deren Zynismus Paula verzweifelt. Hier trifft sie auf Johann Kupfer, einen österreichischen Juden, der den Amerikanern seine Dienste anbietet. Er behauptet, der größte Spion des Zweiten Weltkriegs gewesen zu sein. Paula soll herausfinden, ob das die Wahrheit ist. Doch wer die Wahrheit sucht, muss sie auch ertragen.In einem Roman von ungeheurer erzählerischer Wucht schreibt Pflüger über Schuld und Scham, aber auch über Hoffnung und die Kraft der Liebe.<BR><BR>Ungekürzte Lesung mit Laura Maire<BR>2 MP3-CDs, ca. 15h

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