Feuer

Roman
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Buchprofile - Rezension
Politischer Roman und fiktionale Biografie der Slowenin Stefka Cobelj.
Das Schicksal der slowenischen Zora steht im Mittelpunkt des Romans von Ales Steger, der in Ljubljana, lebt, und mit ihr die Geschichte Jugoslawiens im 20. Jh. Hintergrund bilden die wahren Erlebnisse der Slowenin Stefka Cobelj. Der Roman beginnt kurz nach dem 1. Weltkrieg, Jugoslawien ist jetzt Königreich und bleibt es bis 1941, danach entsteht die Republik. Zora lebt mit ihrer Familie in bescheidenen Verhältnissen. Die Beziehung zum Vater ist kompliziert. Nach dem Einmarsch der Deutschen geht Zora als Partisanin in den Untergrund, trennt sich von ihrer Familie. Die streng katholischen Eltern können das Engagement für den Kommunismus nicht nachvollziehen. Ihren ersten Geliebten verliert sie durch die Nationalsozialisten im Feuer. Nach Ende des Krieges erhält Zora nicht die Anerkennung, die sie sich verdient zu haben glaubt. Ganz bescheiden muss sie neu anfangen. Schließlich gelingt ihr, nach einem erfolgreichen Ethnologie-Studium ein bemerkenswerter Aufstieg im Kulturbetrieb, der aber plötzlich endet und ihr Lebenswerk, ein Museum für Volkskunde, geht in Flammen auf. Und Jugoslawien zerfällt nach Titos Tod in sechs Teilstaaten (sieben, wenn man den Kosovo dazuzählt). Allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Die Geschichte einer starken Frau als Metapher für das 20. Jahrhundert und die gesellschaftlichen Prozesse jener ZeitAles Stegers neuer Roman erzählt die Geschichte einer beeindruckenden Frau vor dem Hintergrund der jugoslawischen Geschichte. 1923 geboren, tritt Zora den Partisanen bei, um sich dem Nationalsozialismus entgegenzustellen - und genau diese kämpfende Haltung wird sie ihr ganzes Leben beibehalten müssenWährend Zora gegen ihre Traumata aus dem Krieg ankämpft, gegen die Ablehnung ihrer streng katholischen Familie, gegen die Zurückweisung in Slowenien nach ihrer Rückkehr aus Belgrad, ist sie zugleich Zeugin der Veränderungen in der kommunistischen Bewegung über Generationen hinweg und erlebt immer wieder, was Umbrüche und Neuanfänge aufbauen, was sie aber auch zerstören, was sie in Feuer und Asche überführen.»Feuer« zeigt den Verfall der Geschichte, Aufstieg und Fall von Titos Jugoslawien, die inneren Paradoxien, Widersprüche und das tragische Scheitern eines der größten sozialen und politischen Experimente im Europa des 20. Jahrhunderts. Es ist ein weiblicher Roman, ein Widerstandsroman, ein Roman einer Revolution, die am Ende ihre eigenen Kinder frisst.

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Personeninformation

Ales Steger, geb. 1973, ist der bekannteste slowenische Autor seiner Generation und lebt in Ljubljana. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Germanistik, reiste viel und debütierte 1995 mit einem Lyrikband. Darauf folgten weitere Gedichtbände, Romane und Essays, seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Ales Steger ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.Zuletzt erschienen: Das Lachen der Götter, Erzählungen (2023); Atemprotokolle, Gedichte (2023); Neverend, Roman (2022) Matthias Göritz, geb. 1969, ist ein vielfach ausgezeichneter Lyriker, Theaterautor, Übersetzer und Romancier. Er veröffentlichte die Gedichtbände »Loops«, »Pools« und »Tools« sowie die Romane »Der kurze Traum des Jakob Voss« (2005), für den er den Mara-Cassens-Preis erhielt, »Träumer und Sünder« (2013), der mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet wurde, und »Parker« (2018). Außerdem erhielt Göritz den William H. Gass Award. Derzeit lehrt er an der Washington University in St. Louis, USA. Göritz ist Kurator des Slowenischen Buchmesseauftritts in Frankfurt 2023.

Pressestimmen

»Ales Steger erzählt in kurzen sehr intensiven Texten (...) von der Emanzipation einer Frau vom autoritären Katholizismus und Slowenien.« (Jörg Plath, Deutschlandfunkkultur Lesart, 07.08.2026) »Konzentriert und intensiv erzählt Ales Steger anhand einer Figur das Panorama der jugoslawischen Geschichte im 20. Jahrhundert.« (Buchladen Osterstraße, Hamburger Morgenpost, 21.08.2026) »Ein Buch für alle, die sich mit der europäischen, insbesondere jugoslawischen Geschichte auseinandersetzen wollen, aber auch ein schönes bewegendes Buch über heldenhafte Frauen, Konflikte und Zerwürfnisse der Zeit.« (Caroline Geissler, hr2 Kultur, 25.09.2026)
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