Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Begleitband zur Dauerausstellung
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Buchprofile - Rezension
Zwangsarbeit – ein oftmals verdrängtes NS-Verbrechen.
Dieser Begleitband zur Dauerausstellung "Zwangsarbeit im Nationalsozialismus" im ehemaligen Gauforum in Weimar, dem bis Kriegsende nicht fertiggestellten Dienstsitz Fritz Sauckels, des "Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz", greift alle Themen der Ausstellung auf, erläutert die historischen Hintergründe sowie ergänzende Fallgeschichten. Die in der Einleitung dargelegten Fakten und ihre rassistisch-ideologischen Wurzeln (Dogma der NS-Politik: Entwürdigung und Ausgrenzung "minderwertig" eingeordneter Menschen) werden in vier Großkapiteln verständlich erklärt und durch authentisches Bildmaterial dokumentiert: Gewöhnung, Gewalt und Ausgrenzung vor dem Krieg (1933-1939); Radikalisierung, Zwangsarbeit im besetzten Europa (ab 1939); Massenphänomen Zwangsarbeit im Deutschen Reich (1942-1945); Befreiung, Aufarbeitung und Folgen der Zwangsarbeit. Ausgehend von der NS-Ideologie erfährt man nicht nur die ständig fortschreitende Verschärfung der Maßnahmen, die letztlich in den Ghettos und Lagern zur planmäßigen Vernichtung von nicht arbeitsfähigen alten Menschen, Frauen und Kindern führte, sondern auch vom großen Nutzen für Industrie und Landwirtschaft, die ohne Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nicht mehr produktionsfähig gewesen wären. Totale Überwachung, Gewalt bis hin zu Hinrichtungen galten als Arbeitserziehungsmaßnahmen, aber es gab auch Protest, Sabotage (vor allem in Rüstungsbetrieben) und auch Widerstand, was gegen Kriegsende zu zahlreichen Massakern führte. Nach Ausführungen zur Nachkriegszeit, zur nachlässigen Aufarbeitung und laschen Strafverfolgung sowie zum fehlenden Verantwortungsbewusstsein schließen sich aufschlussreiche Essays an, die sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen. – Detaillierte, verständliche und wichtige Information, großen Beständen sehr empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Erstmals wird die NS-Zwangsarbeit in ihrer gesamteuropäischen Dimension als rassistisches Gesellschaftsverbrechen dokumentiert.Die Ausstellung »Zwangsarbeit im Nationalsozialismus« erzählt erstmals die gesamte Geschichte der NS-Zwangsarbeit und ihrer Folgen nach 1945. Sie zeigt, dass Zwangsarbeit ein Massenphänomen war: Mehr als 20 Millionen Menschen mussten während des Zweiten Weltkrieges im besetzten Europa und im Deutschen Reich Zwangsarbeit für das nationalsozialistische Deutschland leisten. Die Ausstellung verdeutlicht, wie die Zwangsarbeit von Beginn an Teil der rassistischen Gesellschaftsordnung des NS-Staats wurde: Die propagierte »Volksgemeinschaft« und die Zwangsarbeit der Ausgeschlossenen - beides gehörte zusammen.Der Band dokumentiert die Ausstellung in ihren wesentlichen Zügen und präsentiert zahlreiche lange unbekannte historische Fotos und Dokumente. Ergänzende wissenschaftliche Aufsätze bieten einen vertiefenden Einblick in die Forschung zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit wie auch des Weimarer »Gauforums«, in dem das neu eröffnete Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus seinen Sitz hat.Behandelt werden die Abschnitte: Gewöhnung. Gewalt und Ausgrenzung vor dem Krieg (1933-1939), Radikalisierung. Zwangsarbeit im besetzten Europa (ab 1939), Massenphänomen. Zwangsarbeit im Deutschen Reich (1942-1945), Befreiung. Aufarbeitung und Folgen der Zwangsarbeit, Beschädigte GerechtigkeitAm 8. Mai 2024 eröffnet das »Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus« in Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora im ehemaligen Gauforum in Weimar.

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Hersteller: Wallstein Verlag GmbH
Anschrift: Geiststr. 11
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Personeninformation

Daniel Logemann ist Leiter des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus im ehemaligen Gauforum in Weimar. Rikola-Gunnar Lüttgenau, geb. 1966, ist Historiker und stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er ist Kurator zahlreicher Ausstellungen zur Lagergeschichte im 20. Jahrhundert, darunter: »Schwarz auf Weiß«. Fotografien aus dem Konzentrationslager Buchenwald (2007). Jens-Christian Wagner, geb. 1966, war Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Seit Mai 2020 ist er Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Professor für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.Veröffentlichungen u. a.: Menschen in Bergen-Belsen. Biografische Skizzen zu Häftlingen des Konzentrationslagers (Mithg., 2019).

Pressestimmen

»Der Katalog (eignet sich) hervorragend als Einstieg in dieses enorm komplexe, lange ignorierte und noch lang nicht erschöpfend behandelte Thema.« (Alexander Walther, Zeitschrift für Thüringische Geschichte, Band 79, 2025)

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